Tarifrunde der Textil- und Bekleidungsindustrie läuft

Warnstreik bei Wilvorst

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Protest vor den Werkstoren: Mitarbeiter von Wilvorst demonstrieren für mehr Lohn.

Northeim – Mit Tröten, Ratschen, Trillerpfeifen und Fahnen machten rund 100 Mitarbeiter der Firma Wilvorst am Dienstag von 7 bis 8.30 Uhr auf sich aufmerksam. Sie wollten mit einem Warnstreik ihren Forderungen in den Tarifverhandlungen Nachdruck verleihen.

Oft bekamen sie von Vorbeifahrenden an der Göttinger Straße Unterstützung, da ihnen zugehupt wurde, was die Streikenden dann besonders freute. Die Mitarbeiter der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie sind in der IG Metall organisiert. Die Gewerkschaft fordert eine Entgelterhöhung um 5,5 Prozent für zwölf Monate, eine Weiterführung des Tarifvertrages zur Altersteilzeit zu besseren Konditionen und Gespräche über Umwandlung von Geld in Zeit, erklärt Bianka Berlin, Gewerkschaftssekretärin vor Ort. „Die Gehälter in der Textilindustrie sind sowieso sehr niedrig, da kann schon eine ordentliche Schippe draufgelegt werden“, erklärt sie und betont zugleich, dass sie sich aber sehr darüber freue, dass Wilvorst noch in Deutschland produzieren würde. Mit den bisherigen Angeboten der Arbeitgeber zeigt sich die Gewerkschaft unzufrieden und bezeichnet sie als Sparangebot: „Erst soll es ein Nullmonat und dann für weiter sechs Monate eine Einmalzahlung geben. Eine Erhöhung von 1,7 Prozent zum 1. September und 1,7 Prozent zum 1. September 2020 bei einer Laufzeit von 28 Monaten“. Die IG Metall hält dieses Angebot für nicht verhandelbar, weshalb sie nun bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen hat. Der Blick der Streikenden richtet sich nun auf den 12. Februar, dann beginnt die nächste Verhandlungsrunde. Dafür erwarten die Gewerkschafter dann ein verhandelbares Angebot der Arbeitgeber.

Hintergrundinformation:

Auch in der zweiten bundesweiten Verhandlung für die Beschäftigten in der Textil- und Bekleidungsindustrie am 16.Januar in Neu-Ulm gab es keine Einigung. Der derzeitige Tarifvertrag für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie lief nun am 31. Januar aus. Damit endete die Friedenspflicht in der Branche. Mit ersten Warnstreiks verleiht die IG Metall nun ihren Forderungen mehr Druck. Die nächsten Verhandlungen sind am 12. Februar. (rgy)

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