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„Tarifpolitische Brücke über Tal der Unsicherheit bauen“

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Beschäftigte von ContiTech in Northeim demonstrieren
Die chemische Industrie hat im vergangenen Jahr Rekordgewinne erzielt, argumentiert die IGBCE. Sie will Reallohnverluste verhindern. © Werner Wenz / IGBCE

Northeim – Im Rahmen einer tarifpolitischen Demonstration vor dem Werkstor haben Beschäftigte von ContiTech Northeim vor der zweiten Tarifverhandlung für die chemische Industrie gemeinsam mit der IGBCE gefordert, eine „tarifpolitische Brücke über das derzeitige Tal der Unsicherheit“ zu bauen. 

„Mit unserer Demonstration wollen wir die Chemiearbeitgeber dazu einladen, an diesem Brückenbau mitzuarbeiten und unserer gesellschaftlichen Verantwortung – insbesondere gegenüber den Kolleginnen und Kollegen in unteren Entgeltgruppen – gerecht zu werden“, erklärte IGBCE-Gewerkschaftssekretär Dr. Mathias Heiden, der zu der Demo aufgerufen hatte. Die Gewerkschaft sprach sich für eine kurze Laufzeit des „Teilabschlusses“ aus, den dauerhafte und einmalige Elemente prägen sollen und der die Preisbelastung unterer Entgeltgruppen „besonders berücksichtigen“ soll.

Die chemische Industrie habe im vergangenen Jahr „Rekordgewinne“ erzielt, hieß es: „Selbst die Continental AG erzielte in einem schwierigen Marktumfeld 2021 einen Gewinn von 1,46 Milliarden Euro“, erklärte Dr. Heiden. Seit Herbst würden allerdings enorm gestiegene Energiepreise verzeichnet, die überall z.T. massive Preissteigerungen nach sich zögen. Doch im Unterschied zu Unternehmen könnten Mitarbeitende diese höheren Preise nicht an die Kundschaft weitergeben:  „Uns bleiben nur Tarifverhandlungen, um Kaufkraftverluste zu kompensieren.“ Auch aus einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung heraus müssten starke, gewerkschaftlich organisierte Belegschaften wie die von ContiTech Northeim mit hohen Tarifabschlüssen individuelle ebenso wie volkswirtschaftliche Reallohnverluste verhindern. Allerdings sei die derzeitige Lage durch den „brutalen Angriffskrieg in der Ukraine“ und seine energiepolitischen Folgewirkungen auch noch von immensen Unsicherheiten geprägt. Niemand wisse, ob und wie lange die energieintensive Chemieindustrie überhaupt noch durch Gas, Öl und Kohle aus Russland versorgt werden könne: „Ein abruptes Ende der Energieversorgung hätte ohne Zweifel dramatische ökonomische Konsequenzen.“ 

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