Ab 15. Dezember betriebsbereit

Stadthalle Northeim soll Impfzentrum werden

Stadthalle Northeim Impfzentrum
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Die Stadthalle Northeim soll zum Impfzentrum umfunktioniert werden (von links): Kai Scheffler vom THW, Marc Küchemann von der Johanniter-Unfallhilfe, Jan Henze vom ASB, Frank Beckmann vom DRK, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Holger Schulz, Leiter des Fachbereichs Katastrophenschutz beim Landkreis Northeim, und Bürgermeister Simon Hartmann.

Northeim – Die Stadthalle Northeim soll zum Corona-Impfzentrum werden. Das entsprechende Konzept wird dem Land Niedersachsen kurzfristig vorgelegt.

In den zurückliegenden Tagen hat die Kreisverwaltung Gespräche mit den ansässigen Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfallhilfe und Arbeiter-Samariter-Bund geführt. Dabei hat sich herausgestellt, dass das DRK das Impfzentrum betreiben würde. Johanniter und ASB würden mobile Impfteams stellen, die vorrangig in Einrichtungen, zum Beispiel Pflegeheimen, vorgesehen sind. Unterstützt werden die Organisationen vom THW, das bei der Herrichtung des Impfzentrums helfen wird.

Eine besondere Herausforderung stellte die Suche nach einer geeigneten Liegenschaft dar, die Landesvorgaben stellen dabei hohe Anforderungen. Besonders wichtig sind eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Parkflächen. Außerdem müssen sowohl der Zugang zum Gebäude als auch das Gebäude barrierefrei sein. Damit möglichst viele Impfplätze unter Einhaltung der Abstandsvorschriften zur Verfügung gestellt werden und zusätzlich Reserveflächen vorgehalten werden können, wird eine Nutzfläche von etwa 1.000 Quadratmetern benötigt.

Neben zu berücksichtigenden Sicherheitsaspekten muss das Gebäude auch über eine stabile und ausreichende Internetverbindung verfügen und die Möglichkeit bieten, dort mehrere Funktionsräume einzurichten. Wichtig ist auch, dass das Gebäude schnell verfügbar ist und die Betriebsbereitschaft in kurzer Zeit hergestellt werden kann. Bund und Länder haben das Ziel ausgegeben, bereits ab 15. Dezember betriebsbereit zu sein.

„Ich habe von Anfang an darauf Wert gelegt, einerseits schnell ein betriebsfähiges Impfzentrum im Landkreis Northeim zu haben und andererseits alles dafür zu tun, um nicht auf Sporthallen zurückgreifen zu müssen“

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel

In den zurückliegenden Tagen hat der Landkreis Northeim mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Northeim und den Hilfsorganisationen mehrere Objekte in Northeim in Augenschein genommen und dahingehend überprüft, ob sie anhand der vorgenannten Kriterien berücksichtigt werden können. Keines der besichtigten Objekte, mit Ausnahme der Stadthalle, konnte die Vorgaben des Landes erfüllen oder hätte nur unter enormem Aufwand hergerichtet werden können. Auch zeitnah wäre dies kaum zu schaffen gewesen. „Ich habe von Anfang an darauf Wert gelegt, einerseits schnell ein betriebsfähiges Impfzentrum im Landkreis Northeim zu haben und andererseits alles dafür zu tun, um nicht auf Sporthallen zurückgreifen zu müssen“, sagt Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Für die Stadt Northeim ist es ebenfalls von großer Bedeutung, schnell mit den Impfungen beginnen zu können. „Wir wollen unseren aktiven Beitrag leisten, die Pandemie schnell zu überwinden. Daher ist die Stadt Northeim bereit, die Stadthalle in Northeim für diesen Zweck als Impfzentrum zur Verfügung zu stellen“, erläutert Bürgermeister Simon Hartmann. „In einer kurzfristig anberaumten Videokonferenz mit den Spitzen der Ratsfraktionen wurde diese Lösung aus Gründen des Bevölkerungsschutzes von allen teilnehmenden Personen ausdrücklich befürwortet, nachdem klar war, dass andere Möglichkeiten in Northeim ausscheiden würden“, hebt Hartmann hervor. „Ich bin für diesen politischen Rückhalt sehr dankbar, weil er zeigt, dass die Priorität jetzt auf dem Schutz der Bevölkerung liegt. Mir ist gleichzeitig sehr bewusst, dass dadurch die bereits geplanten Veranstaltungen über einen gewissen Zeitraum nicht in der Stadthalle durchführbar sein werden. Ich weiß, dass dies für den Kulturstandort Northeim einen Einschnitt bedeutet und habe großes Verständnis für die Situation der Kulturschaffenden. Wir werden mit den Veranstaltern kurzfristig in Gesprächen erörtern, welche Möglichkeiten es für alternative Veranstaltungsorte gibt. Zudem wollen wir gemeinsam mit dem Landkreis und dem Land Niedersachsen wirtschaftliche Einbußen für die Veranstalter und die Stadthalle vermeiden“, führt der Bürgermeister aus und ergänzt: „Am Ende überwiegen jedoch die Chancen für die Einwohner im Landkreis Northeim, wenn das Impfzentrum schnell und optimal organisiert in Northeim an den Start gehen kann. Und im Jahr 2022 werden wir hoffentlich kraftvoll wieder durchstarten können, auch in der Kultur.“

„Ich bin für diesen politischen Rückhalt sehr dankbar, weil er zeigt, dass die Priorität jetzt auf dem Schutz der Bevölkerung liegt. Mir ist gleichzeitig sehr bewusst, dass dadurch die bereits geplanten Veranstaltungen über einen gewissen Zeitraum nicht in der Stadthalle durchführbar sein werden.“

Bürgermeister Simon Hartmann

Die Konzeption des Landes geht davon aus, dass in einem einzügigen Impfzentrum mit vier Plätzen bis zu 20 Personen je Stunde geimpft werden können. Ausgehend von optimalen Rahmenbedingungen wären dies bei einem zehnstündigen Betrieb 200 Personen. „Wir arbeiten darauf hin, ein zweizügiges Impfzentrum bis zu zwölf Monate vorhalten zu können“, erklärt Holger Schulz, Leiter des Fachbereichs Katastrophenschutz beim Landkreis Northeim. Daraus würde sich im optimalen Fall eine Impfkapazität von 400 Personen pro Tag ergeben.

„Gemeinsam konnten wir in einer sehr kurzen Zeit eine solide Vorarbeit leisten, damit die Menschen in unserem Landkreis die von vielen sehnlichst erwartete Impfung erhalten können. Mein Dank gilt allen Akteuren, die sich bislang in diesem Prozess eingebracht haben“, sagt Klinkert-Kittel und verbindet damit die Hoffnung, dass das Land das Konzept kurzfristig genehmigen wird. Die Kosten für den Betrieb des Impfzentrums sollen vom Land Niedersachsen übernommen werden.

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