Baumaßnahmen sind abgeschlossen / Wiedereinzug wird mit Festwoche gefeiert

St. Sixti erstrahlt in neuem Glanz

Sixti Renovierung PK
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Laden alle Menschen ein, sich die frisch renovierte St.-Sixti-Kirche anzuschauen (von links): Pastor Dr. Stefan Leonhardt, Kirchenvorstandsvorsitzende Birgit Möller-Kühn, Kirchenvorstandsmitglied Dr. Christian Steigertahl, Kreiskantorin Meike Davids, Superintendentin Stephanie von Lingen, Kreiskantor Benjamin Dippel und Superintendent Jan von Lingen.

Northeim – Fast auf den Tag genau nach 20 Monaten sind die umfangreichen Baumaßnahmen an der St.-Sixti-Kirche nun abgeschlossen. Der Wiedereinzug wird mit einer Festwoche gefeiert, die am Freitag mit einer Handwerker­andacht für alle an den Baumaßnahmen beteiligten Betrieben beginnt. 

Da wegen der Corona-Pandemie zurzeit lediglich 220 in die sonst fast 900 Menschen fassende Kirche Zutritt erhalten, gibt es bis zum 12. September, dem Tag des offenen Denkmals, jeden Tag eine Veranstaltung in der Northeimer Kirche. Werktags ist die Kirche für alle Interessierten von 10.30 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Die Corona-Regeln sind zu beachten. „Aktuell gibt es bei uns jedoch keine 3G-Regel, da die Kirche jedem offen steht“, ergänzt Superintendentin Stephanie von Lingen. 

Die Baumaßnahmen

War ursprünglich eigentlich nur die Restaurierung der mittelalterlichen Fensterbilder von 1478 sowie der Chorfenster von 1898/99 geplant, wuchs das Projekt auf eine umfassende Renovierung zahlreicher Teile der Kirche an. Rund 2,26 Millionen Euro haben die Baumaßnahmen gekostet, 500.000 Euro davon hat die Sixti-Gemeinde gemeinsam mit dem Förderverein investiert, 10.000 Euro kamen von Apotheker Wolfram Schmidt hinzu. „Das Geld haben wir aus dem Verkauf von Immobilien“, erklärt Dr. Christian Steigertahl vom Kirchenvorstand. Alleine 1,225 Millionen Euro hat die Fußbodenheizung, die einzige innerhalb der Landeskirche Hannovers, gekostet. Hinzu kamen unter anderem noch Malerarbeiten, eine neue Akustik, eine neue Elektrik, teilweise neue Sandsteinplatten sowie die Baunebenkosten. „Zum Glück war das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege von unserer Kirche und uns begeistert und hat uns viel unterstützt“, freut sich Steigertahl. Und auch Superintendent Jan von Lingen ist froh, dass die Gemeinde dank der finanziellen Hilfe dieses Projekt stemmen konnte: „Das war ein Leuchtturmprojekt der Landes­kirche.“ Vor allem Steigertahl setzte sich für die Renovierungen ein, begleitete die Bauarbeiten und packte auch selbst mit an. „Er wird deshalb ehrenhalber zum Dombaumeister ernannt“, sagt Jan von Lingen mit einem Lachen. 

Ausblick aus 15 Metern Höhe: Die Sixti-Kirche erstrahlt in neuem Glanz und ist wieder für alle zugänglich.

Acht Kilometer Wasserleitungen für die Fußbodenheizung sowie acht Kilometer Kabel für die Elektrik sind in der St.-Sixti-Kirche nun verbaut. „Die Heizung musste alleine aus Denkmalschutzgründen verändert werden“, erklärt Stephanie von Lingen, denn Fenster, die Gloger-Orgel, der Altar und die Wände müssen vor Emissionen geschützt werden. Die historischen Fenster haben zudem einen Schutz vor äußeren Einflüssen erhalten, die Deckengewölbe werden jetzt von LEDs angestrahlt, die Pendelleuchten sind (außer im Chor) weggekommen, das Parkett wurde von Sandstein ersetzt, auf Initiative des Kreiskantors Benjamin Dippel wurde dank Digitalisierung die Möglichkeit geschaffen, Gottesdienste im Livestream zu übertragen und es gab neue Lautsprecher. „Vor allem Ältere haben sich oft beschwert, dass sie kaum etwas verstehen, die neue Akustikanlage ist wirklich gut, so dass das Problem nicht mehr besteht“, berichtet Pastor Dr. Stefan Leonhardt.
Finanzielle Hilfe erhielt die Sixti-Gemeinde von der  Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Kirchenkreis Leine-Solling, der Landeskirche Hannovers, dem Förderverein St. Sixti, der Klosterkammer Hannover, der KSN, dem Kunstreferat der Landeskirche Hannovers, dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, der Stiftung zur Bewahrung kirch­licher Baudenkmäler sowie den Spendern des freiwilligen Kirchengelds 2020 und 2021. Ein Dank geht auch an das Amt für Bau- und Kunstpflege, das Kirchenamt Northeim und den Kirchenkreisvorstand.

Festwoche in St. Sixti

5. September, 10 Uhr: Musikalischer Festgottesdienst
5. September, 14 bis 18 Uhr: Offene Kirche und Musik
5. September, 18 Uhr: Evensong
7. September, 19 Uhr: „Momente, die dem Himmel gehören“,   Lesung mit Autorin Tina Willms
8. September, 19 Uhr: „300 Jahre Gloger-Orgel 1721-2021“, Orgelkonzert mit Kreiskantor Benjamin Dippel
9. September, 19 Uhr: Mitsingkonzert mit Liedermacher Fritz Baltruweit
10. September, 19 Uhr: Offenes Singen mit der Kantorei St. Sixti, mit Regionalbischöfin Dr. Adelheid Ruck-Schröder
11. September, 10 bis 12 Uhr: „Kleine Kirchenforscher“, Entdeckungstour für Kinder
12. September, 10 Uhr: Gottesdienst mit Taufen
12. September, 14 bis 17 Uhr: Tag des offenen Denkmals, mit Führungen zur vollen Stunde
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenfrei.

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