Erweiterung des Northeimer Klärwerks für 2,9 MIllionen Euro

Doppelte Kapazität

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Spatenstich für das neue Klärbecken: Mitglieder der Verwaltung, des Eigenbetriebs Abwasser und des Aufsichtsrates freuen sich auf die kommende Erweiterung des Klärwerks.

Northeim – Es ist die erste Erweiterung seit den 90er-Jahren. Das Northeimer Klärwerk erhält ein drittes Klärbecken und verdoppelt damit seine Kapazität auf 1.200 Kubikmeter Wasser pro Stunde.

„Das schwächste Glied in der Kette der Abwasser­behandlung gibt die Gesamtkapazität der Anlage vor“, erklärt Olaf Hagenow, Leiter des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung (EBA). Bisher sei die Anlage mit einer Durchflusskapazität von 675 Kubik­metern pro Stunde gelaufen, da man seinerzeit davon ausging, dass diese Menge aus­reichend sei. Mit dem Einsatz von rund 2,9 Millionen Euro wird Erweiterung der Anlage bis voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Das neue Becken wird einen Durchmesser von 36 Metern, eine Tiefe von 4,4 Metern und ein Volumen von 4.478 Kubikmetern haben. Während der Baumaßnahmen werden 6.120 Kubikmeter Boden bewegt sowie 720 Kubikmeter Beton und 142 Tonnen Baustahl eingesetzt werden. „Und die Mitarbeiter der Firma sind schon fleißig dabei“, freut sich Hagenow über die gut verlaufenden ersten Arbeitsschritte. Die Erweiterung sei unter anderem wegen Fremd­wasserzuflüssen, die in der Kläranlage ankommen, notwendig geworden. Zum einen trete aufgrund von defekten und undichten Kanälen Grundwasser ein, zum anderen führend die vergangenen Starkregenereignisse zu einer schnellen Zunahme an Klärwasser, für das die Anlage nicht ausgelegt war. Dies sorgte sogar dafür, dass die Becken überliefen. Normalerweise kommen pro Tag 5.000 bis 6.000 Kubikmeter Wasser im Klärwerk an. Bei Stark­regen kann diese Zahl auf 12.000 bis 14.000 Kubikmeter steigen. „Die Erweiterung muss einfach durch­geführt werden“, stellt Hagenow fest. Ein weiteres Problem seien falsch gelegte Hausabflüsse. Neben den kombinierten Abwassersystemen, die Regen- und Schmutzwasser aufnehmen, gibt es auch Trennsysteme, die diese unabhängig voneinander ableiten. Bei einigen Kanalsanierungen wurde aber festgestellt, dass auf manchen Grundstücken der Regenwasserablauf nicht genutzt wurde und einfach alles in das Schmutzwasser­system geleitet wurde. „Die Mitarbeiter des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung erledigen eine wichtige Aufgabe“, bedankte sich Bürgermeister Simon Hartmann bei den Angestellten für ihre Arbeit, die sie mit Bravour meisterten. Dabei müssten sie nicht nur mit steigenden Wassermengen arbeiten, sondern sich immer wieder auf eine geänderte Gesetzeslage einstellen. (sth)

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