Stadtrat stimmt weiterer Planung des Neubaus der Schuhwallhalle zu

Meilenstein für Northeim

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Nach über 50 Jahren mehr als in die Jahre gekommen: Während die FDP und einige wenige Ratsmitglieder anderer Parteien für eine Sanierung sind, spricht sich die Mehrheit des Stadtrats für die Weiterverfolgung eines Neubaus aus.

Northeim – Der Neubau der Schuhwallhalle geht in die nächste Planungsphase. Dies beschloss der Rat der Stadt Northeim während seiner Sitzung am Donnerstag mehrheitlich. 24 Ratsmitglieder stimmten dafür, jetzt in die konkrete Planung zu gehen und die ersten Ausschreibungen auf den Weg zu bringen.

Dagegen stimmten Burkhardt Ernst (FUL), Hans Harer (Grüne), August Markus (CDU) sowie geschlossen die FDP. Die AfD sowie Walter Keup (CDU) enthielten sich. Vorausgegangen war eine lange, mitunter emotionale Diskussion, die sich insbesondere auf die Kosten des möglichen Neubaus bezog. Während die Stadtverwaltung und große Teile des Rats davon ausgehen, dass der Neubau mit knapp 15 Millionen Euro zu Buche schlagen wird, warfen die Vertreter der FDP immer wieder die Zahl 20 Millionen in den Raum. „Wir kalkulieren mit diesen Kosten, weil wir externen Sachverstand eingeschaltet haben“, begründet FDP-Fraktionsvorsitzender Eckhardt Ilsemann. Seines Erachtens würde eine Sanierung der Schuhwallhalle ausreichen, denn dort gebe es – setzte man es in Relation zu den Kosten eines Neubaus – nur „Problemchens“. Für den Brandschutz sollten 250.000 Euro reichen, die Halle müsse, wolle der Northeimer Handball-Club weiter dort Drittligaspiele bestreiten, lediglich an jeder Seite 30 Zentimeter länger und die Zuschauerkapazitäten vergrößert werden. „Wenn es allerdings ausreichend Förder- mittel für einen Neubau gibt, sind wir bereit, unsere Haltung zu überdenken“, sagt Ilsemann. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Marek Wischnewski, hält dagegen: „Die Sanierung der Halle würde rund elf Millionen Euro kosten, und keiner weiß, wie lange sie dann noch stehen kann. Uns machen die 15 Millionen Euro auch Bauchschmerzen, aber von einer neuen Halle hätten wir 40 Jahre etwas.“ Wischnewski möchte allerdings den Landkreis noch mehr in die Pflicht nehmen. „Wir erwarten, dass der Landkreis uns Zuschüsse in Höhe der Kosten einer Zweifeldhalle gewährt und nicht nur von drei Millionen“, ruft er den Landkreis zur Unterstützung auf, denn bei der Schuhwallhalle gibt es eine Kostenpartnerschaft zwischen dem Landkreis und der Stadt. Der Landkreis ist Träger der Oberschule und damit für den Schulsport verantwortlich, die Sporthalle ist allerdings im Besitz der Stadt. „Stillstand ist Rückschritt“, ist auch Berthold Ernst (SPD) von dem Neubau überzeugt. „Wir müssen jetzt mutig sein und den nächsten Schritt gehen“, appelliert er an seine Ratskollegen. Weshalb die FDP immer wieder die Kosten mit 20 Millionen Euro angibt, bleibe ihm schleierhaft: „Das ist eine Phantomdiskussion, die mit solchen Zahlen geführt wird.“ Auch Malte Schober (CDU) setzt sich für den Neubau ein. „Der Zustand der Halle ist so schlecht, dass sie nicht mehr zu retten ist“, ist er sicher. Die Stadt müsse vermutlich, so seine Rechnung, einen Kredit in Höhe von zehn Millionen Euro aufnehmen, voraus­gesetzt, Bund und Land unterstützen das Vorhaben mit Fördermitteln. Bei einem Kredit mit 30-jähriger Laufzeit und 0,5 Prozent Verzinsung würde das den Haushalt mit knapp 400.000 Euro im Jahr belasten. „Das ist zu schaffen.“ Zudem sei es eine Investition in die Zukunft des Sports in Northeim – und damit sei ausdrücklich nicht nur der NHC gemeint. „Wer heute nein sagt, besiegelt das Schicksal der Halle“, so Schober. Dass die Stadt vom Bund keine Fördermittel bekommen wird, davon ist Irnfried Rabe (FDP) überzeugt. „Die 400.000 Euro vom Land sind ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Zudem gebe es zahlreiche anderen Baumaßnahmen, vor allem in den Ortschaften, die dringender seien. Eine Sanierung der Halle sei kostengünstiger und deshalb vorzuziehen. „Eine Sanierung wäre ein Millionengrab“, ist hingegen Marcus Krohn (Grüne) überzeugt. Und auch ein Ausweichen in die BBS-Halle, wie von einigen vorgeschlagen, sei keine Alternative, da auch diese Halle schon über 40 Jahre alt ist. „Der Sport in Northeim zeichnet uns aus, er ist erfolgreich und beeindruckend“, lobt er die Vereinsarbeit in der Kreisstadt. Deshalb müsse man den Mut nun aufbringen, die Stadt mit einem Neubau voranzubringen. Mit dem Beschluss ist ein Neubau allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. Noch geht es nur um die Vergabe von Planungsleistungen. Dass es zu einem Neubau kommt, wird allerdings immer wahrscheinlicher, denn ansonsten hätten Rat und Verwaltung viel Geld für nichts ausgegeben. (wat)

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