Vorentwurf für Schuhwallhalle vorgestellt / Entscheidung vertagt

Halle soll kleiner werden

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Vor allem der Umkleidebereich und die Gymnastikhallen werden kleiner: Der Neuentwurf fand zwar Zuspruch, soll aber erneut überarbeitet werden, um Kosten zu senken.

Northeim – Die Mitglieder des Bauausschusses sowie des Ausschusses für Jugend, Sport und Soziales kamen am Montagabend zusammen, um über den neuen Vorentwurf der Schuhwallhalle zu diskutieren. Das Architekturbüro Eling aus Lippstadt hatte den dafür ausgerichteten Architektenwettbewerb gewonnen

Nach dem neuen Entwurf kann die Sporthalle inklusive technischer Anlagen für die vorgegebenen acht Millionen Euro gebaut werden. Doch damit ist lediglich das reine Bauwerk inklusive Haustechnik gemeint. Rechnet man Baunebenkosten, Sportgeräte und Nebenraumausstattung sowie eine voraussichtliche Kostensteigerung um fünf Prozent für die Ausführung 2021/2022 hinzu, werden die Kosten um einiges höher als geplant. Knapp 14 Millionen Euro veranschlagt das Architekturbüro für den gesamten Neubau – rund eine Million Euro kommen noch unter anderem für die Durchführung des Wettbewerbs, den Abbruch der alten Halle und den Grundstückskauf hinzu. Wie teuer die Herstellung des Hausanschlusses für Fernwärme, der Neubau einer Trafostation und der Neubau eines Blockheizkraftwerks werden, steht derzeit noch nicht fest. Und auch die Umgestaltung der Außenanlagen ist in den mindestens 15 Millionen Euro noch nicht enthalten. Die Stadt Northeim rechnet allerdings mit Förderungen aus verschiedenen Landes- und Bundesprogrammen sowie vom Landkreis. Diese sind jedoch längst nicht gesichert. Lediglich vom Landkreis kann mit einer Summe von mindestens drei Millionen Euro gerechnet werden. Mit der Kostensenkung einher geht entsprechend auch eine Verringerung des Bauvolumens. So beträgt die Bruttogeschossfläche jetzt nur noch 4.309 statt 4.730 Quadratmeter. Die WC-Anlagen für Besucher im Erdgeschoss werden um mehr als die Hälfte kleiner, das Behinderten-WC mit Wickelraum verkleinert sich von 17 auf sieben Quadratmeter. Die Sporthalle selbst verringert sich um 37 Quadratmeter, die Umkleidekabinen werden um ein Fünftel kleiner, die Duschräume werden statt 130 nur noch 71 Quadratmeter umfassen. Auch der Aufenthaltsbereich mit Teeküche und Theke soll um knapp 30 Quadratmeter auf 94 Quadratmeter schrumpfen. Die Gymnastikhallen verkleinern sich von 405 auf 305 Quadratmeter, der Platz in den dazu gehörigen Umkleiden und Waschräumen fällt ebenfalls geringer aus. „Wir haben alles auf das notwendige Maß reduziert“, erläutert Architekt Christian Eling seinen angepassten Entwurf. Keine Änderungen gab es hingegen bei den Tribünen. Hier sind weiter 400 Sitzplätze auf einer festen und 400 Sitzplätze auf einer mobilen Tribüne sowie 200 Stehplatze – also insgesamt 1.000 Plätze – vorgesehen. Grünes Licht für den Bau gab es von den Ausschussmitgliedern allerdings noch nicht, die Kosten seien noch immer zu hoch, die Finanzierung nicht geklärt. Hans Harer (Grüne) betonte, dass er seit 1991 noch nie über eine solch hohe Investitionssumme beschließen musste und mahnte zur Vorsicht. Auch Irnfried Rabe (FDP) ist sich sicher: „Das ist das größte städtische Bauvorhaben, das ich seit 1976 in Northeim erlebt habe.“ Er habe große Zweifel, dass der Stadt die Finanzierung des Neubaus gelingt. Wenn die Kosten nicht deutlich geringer werden, werde die FDP-Fraktion dem Neubau nicht zustimmen. Malte Schober (CDU) schlug vor, den geänderten Entwurf nochmals überarbeiten zu lassen. Dabei regte er an, die Gesamtgröße weiter zu reduzieren, eine Tribüne weniger zu bauen oder die Gymnastikhalle zu verkleinern. „Jeder Quadratmeter kostet Geld, je weniger Raum bebaut wird, umso günstiger wird es“, pflichtete ihm Eling bei. Wenn die Zuschauerkapazität verringert werde, müssten zudem weniger Parkplätze gebaut werden.

Entscheidung vertagt

Schober beantragte schließlich, über den Beschluss zur Vergabe von Planungsleistungen während der Ausschusssitzung nicht abzustimmen, sondern in den Fraktionen noch einmal genau über die Kosten und mögliche Einsparungen zu beraten. Dem wurde zugestimmt. Am kommenden Montag soll dann im Verwaltungsausschuss noch einmal darüber diskutiert werden. Des Weiteren signalisierte Eling seine Bereitschaft, eine erneute Planung mit Kostenaufstellung zu erstellen – auf Grundlage der von der Politik auch wirklich gewollten Vorgaben. Dies könnte allerdings bis zu vier Wochen dauern. Eigentlich sollte der Rat in seiner Sitzung am 20. Februar abschließend darüber entscheiden. Dies wird sich dann aller Voraussicht nach verzögern. „Wir müssen aber bald was tun“, sagt Bürgermeister Simon Hartmann. „Die Halle ist von 1968 und erheblich sanierungsbedürftig. Wenn wir keinen Neubau wollen, müssen wir die Halle sanieren oder einen Plan B für den Schulsport und den NHC haben.“ Eine Sanierung würde laut Hartmann rund elf Millionen Euro kosten. (wat)

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