27 Schüler nehmen an Suchtpräventionsseminar teil

"Was gibt mir Kraft?"

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Entspannen, runterkommen und ein Ventil finden: die Schüler probieren verschiedene Möglichkeiten aus mit Stress umzugehen und malen, was ihnen gut tut.

Northeim – Jedes Jahr aufs Neue nehmen Northeimer Schüler zusätzliche Verantwortung auf sich. Im Rahmen des Suchtpräventionsseminars „Schüler für Schüler“ werden sie zu Multiplikatoren ausgebildet.

Fragen wie „Welche Süchte gibt es eigentlich?“, „Wie entsteht abhängiges Verhalten?“ und vor allem auch „Wo bekomme ich Hilfe?“ stehen mit auf dem Programm des Seminars, an dem 27 Schüler der siebten Klassen der weiterführenden Schulen Northeims teilgenommen haben. Dabei bleibt niemand unter sich. Die Schüler der Oberschule, der Thomas-Mann-Schule, der Erich-Kästner-Schule und des Gymnasium Corvinianum werden bei den Gruppenarbeiten miteinander vermischt und haben so die Möglichkeit viele verschiedene Blickwinkel einzunehmen. „Dieses Mal hat das sehr gut funktioniert“, freut sich Stefan Jagonak, Präventionsfachkraft vom Lukas-Werk. Auch in den Pausen und zwischen den Übungen seien die Schüler nicht wieder ihre aus dem Schulalltag bekannten Gruppen zurückgefallen, sondern hätten mit ihren neuen Mitstreitern die Zeit verbracht. Stellvertretend für ihre Mitschüler lernen die Jugend­lichen dabei unter anderem wie sich Gruppenzwang auf das Konsumverhalten auswirkt, welche Wege es gibt diesem zu entkommen und wie Betroffenen effektiv geholfen werden kann. Dieses Wissen nehmen sie als Multiplikatoren mit in ihre Klassen und geben es nach der „peer to peer“-Methode weiter. Während die ersten beiden Seminartage sich den Grundlagen von Suchterkrankungen und gesellschaftlichem Druck widmen, steht der dritte Tag ganz im Licht des vorbeugenden Schutzes vor Drogenmissbrauch. Das Programm reicht von Gruppen- und Entspannungsübungen, bis zur Reflexion des eigenen Verhaltens. Nacheinander stellen die Schüler ihr Benehmen, das sie in Stresssituationen zeigen, vor. Während der eine nach einem Streit mit den Eltern Türen knallen lässt, sucht ein anderer lieber das Gespräch mit Freunden oder anderen vertrauten Personen. Ein Schüler erklärt auch, dass er wenn er verletzt ist und sich deshalb nicht beim Sport auspowern kann, schon mal schneller schlechte Laune bekommen kann. Aus diesem Grund sei es immer wichtig mehrere Ventile für Stress zu haben, wie Schulsozialarbeiterin der Thomas-Mann-Schule Katharina Steffens hervorhebt. „Ist eine Bewertung wie „Spiel weniger am Computer!“ sinnvoll?“, fragt auch Corvi-Lehrer Christoph Schütz. Nicht unbedingt. Zwar könne auch ein solches Verhalten zur Sucht werden, wer damit jedoch ab und zu Stress loswerden kann mache damit nichts verkehrt. „Gefühle müssen raus“, stellt Steffens fest. Wer alles nur in sich hineinfräße bekäme nur größere Probleme mit dem entstehenden Druck. Den letzten Nachmittag des Seminars nutzten die Schüler dazu, um ihr neues Wissen ihren Mitteilnehmern erneut vorzustellen, um für ihre ersten Vorträge im eigenen Klassenverband zu üben. (sth)

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