Rüstzeug für Alarmkette mit neuen Geo-Daten: Einbecker Seniorenrat setzt seine Schilder-Serie fort

Schon 100 Notfallbänke für schnelle Rettung markiert

Seniorenrat-Projektmacher Lothar Dolle markiert mit Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek Notfallbank Nr. 100 an der Rischenbuche.

EINBECK (cmf) – Diese Quote stimmt: Im zweiten Schwung für Notfallbänke in Forst und freier Flur hat Projekt-Macher Lothar Dolle jetzt mit Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek die 100. Ruhebank als nächsten Notruf-Standort markiert.

Der zweite Vorsitzende des Einbecker Seniorenrates und die Rathaus-Chefin schraubten das witterungsbeständige Alu-Emblem mit der Kennung „EIN 100 Notruf“ gemeinsam an die stämmige Sitzbank an der markanten Rischenbuche zwischen Holtershäuser Hubekamm und Greener Burgwald. Dort gabeln sich wichtige Wald- und Wanderwege. Nach dem ersten Schwung mit 85 Schildern im Stadtgebiet zieht das pfiffige Seniorenrat-Projekt immer weitere Kreise. Geringe Kosten, zweckvolle Vernetzung für Alarmkette, aktuelle Standort-Listen mit genauen Anfahr-Beschreibungen bei den Leitstellen von Feuerwehr und Polizei in Northeim und Göttingen – das ist das Rezept, mit dem Dolle und der rüstige Seniorenrat das Einbecker Land für die Fälle rüstet, die nie eintreten mögen, aber doch passieren – Herzanfälle, Knochenbrüche, Sturzverletzungen oder sonstige Malessen, mit denen es niemand mehr selbst aus dem Wald schafft oder aus unübersichtlichem Gelände. Oder wenn unklar ist, welche Schrankenschlüssel für die Polder-Rampen nötig sind, wenn am Leine-Rückhaltebecken jemand umkippt oder irgendwo im Nadelwald bei Rittierode einen Zuckerschock erleidet. So jemand ist von Rettungswagen schwer zu finden, wenn nur ungenaue Ortsinfos vorliegen. Deshalb ist in Zusammenarbeit mit zahlreichen Ortsräten eine umfangreiche Bestandsaufnahme erfolgt. Vorausgesetzt wird, dass Einheimische und Touristen, Ausgleichssportler und Spaziergänger immer ein Mobiltelefon dabei haben, um notfalls überhaupt Hilfe rufen zu können. Außerdem gilt: Augen auf in Forst und Flur, auf den Wegen bleiben, Ruhebänke am Rand einprägen. Wer Hilfe braucht, wählt von dort die bundesweiten Notruf-Nummern 112 oder 110, nennt die sichtbare Kennung und setzt so die Rettung in Gang. An allen Schnittstellen liegen Standort-Listen auf Basis globaler Positionsdaten (GPS) mit genauen Anfahrtsskizzen. Der Northeimer Leitstellen-Leiter Kai Reichelt begrüßte die Seniorenrats-Initiative genau wie Polizeihauptkommissar Thomas Papenberg als Einbecker Einsatz- und Streifendienstleiter Thomas Papenberg und Polizeihauptkommissar Joachim Kowalski vom Bad Gandersheimer Revier. Sie alle wissen, wie schwierig schnelle Einweisungen sein können. Auch die Vorstandsspitzen des waldaktiven Heimatvereins Flecken Greene sind höchst zufrieden mit der Banksache. Vorsitzender Jürgen Sander und Vize Eberhard Völkel kennen die Gefahren im Hochwald hinterm Hirschsprungstein. „Wenn in den nächsten zehn Jahren nur ein Mensch, nur ein Leben gerettet werden kann, dann hat sich unser Einsatz schon gelohnt“, meinte Dolle, der das Projekt Notrufbänke weiter konsequent durchzieht und schon die nächsten Schilder schraubt.

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