Disc Golf Schnuppertag auf der Wilhelmswiese am 5. Mai

Eine Frage der Resonanz

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Der ehemalige Deutsche Meister im Disc Golf Michael Voglmeyer (links) versenkt eine der Wurfscheiben im Korb, während Bürgermeister Simon Hartmann (rechts) und Disc Golfer Michael Hüpeden zuschauen.

Northeim – Die Stadt Northeim ist darauf aufmerksam geworden, dass Disc Golfer eine  Fläche zur Ausübung ihres Hobbys suchen. Um das Interesse der Bürger auszu­loten, ob sich die Einrichtung eines öffentlichen Platzes rentiert, veranstaltet sie deshalb einen Schnuppertag auf der Wilhelmswiese.

Diese sei bei ersten Gesprächen mit dem Verein Disc Golf Dassel und der Disc Golf Sparte des Hardegser Sportvereins, den Disc Golf Devils, als mögliche geeignete Sportfläche in den Blick gekommen. Wer die weitläufige Wiese gerne zur Erholung nutzt, um die Sonne zu genießen oder zu picknicken, muss nicht um die geliebte Freizeitfläche fürchten. „Disc Golf macht mit Hindernissen am meisten Spaß“, erklärt Michael Voglmeyer, Deutsche Meister im Disc Golf von 2005 und Mitglied von Disc Golf Dassel. Dementsprechend würden die Bahnen im Randbereich um die Wiese und möglicherweise auch in Waldschneisen aufgebaut werden. Schilder an den Startpunkten können mit Hinweisen versehen werden, wie der kommende Punkt anzuspielen ist, zum Beispiel mit Rechts- oder Linkskurve, um den notwendigen Abstand von Wegen zu gewährleisten. Disc Golf wird mit Wurfscheiben gespielt und folgt ähnlichen Regeln wie Golf. Mit möglichst wenig Würfen muss von einem Startpunkt, dem so genannten „Tee“, das Ziel, meist ein Korb mit Fangketten, getroffen werden. Dabei gehen alle Mitspieler gemeinsam und arbeiten sich von den am weitesten entfernten Landepunkten bis zum Ziel hin. Geeignet ist der Sport für Spieler jeden Alters und Geschlechts. Da prinzipiell auch aus dem Sitzen geworfen werden kann, ist er auch für Rollstuhlfahrer geeignet. „Es gibt sogar Altenheime, die sich kleine Disc Golf Körbe besorgen“, verdeutlicht Nicole Hüpeden von den Disc Golf Devils das Spektrum der aktiven Spieler. Da es in der näheren Um­gebung keine fest installierten Anlagen für die Spaß- und Turniersportart gibt, haben sich die beiden Sportvereine auf die Suche begeben und sind bei der Stadt Northeim auf offene Ohren gestoßen. „Wir fragen uns in der Sportstadt Northeim: Welche Breitensportarten gibt es noch“, erklärt Bürgermeister Simon Hartmann bei einem Treffen auf der Wilhelmswiese. Mit der möglichen Einrichtung des neuen Sportangebots wolle die Stadt auch die idyllische Wiese wieder stärker ins Bewusstsein der Bewohner bringen. Eine Realisierung sei auf vielen Ebenen möglich. Die Stadt könnte die Pflege einer solchen Anlage, ähnlich wie bei öffentlichen Spiel­plätzen, übernehmen. Aber auch eine Beteiligung von Sport­vereinen, die eine neue Sparte einrichten möchten, wird nicht aus­geschlossen. „Ich habe auch noch einige einbetonierbare Körbe herumliegen“, erklärt Voglmeyer. Diese würde er prinzipiell zur Verfügung stellen, da dies besser sei, als wenn sie nur Staub fingen. „Der Einstieg ins Hobby ist nicht teuer“, berichtet Michael Hüpeden von den Disc Golf Devils. Ein Dreierset Wurfscheiben aus Driver, für lange Distanzen, Mid­range, für mittlere Strecken, und einem Putter zum Einlochen könne bereits für 30 Euro gekauft werden. Für Neugierige und Spontansportler sei es aber auch möglich Ausleihsets im Bürgerbüro, der Northeim Touristik oder nahegelegenen Restaurants und Gaststätten bereitzuhalten. „Diese könnte man sogar mit einem individuellen Logo wie dem Stadtwappen versehen“, erklärt Voglmeyer. Nicht nur die Stadt, auch das Gymnasium Corvinianum ist an der Einrichtung einer Disc Golf-Bahn interessiert. Bereits vor mehreren Jahren habe er für einen Oberstufenkursus Ultimate Frisbee und Disc Golf angeboten, erläutert Corvi-Sportlehrer André Scholz. „Mit einer Bahn in der näheren Umgebung könnte man die Sportart wöchentlich in den Unterricht einbinden oder für Wanderausflüge nutzen.“ „Ich finde das total spannend und freue mich auf den 5. Mai“, erklärt Hartmann. Nach dem Schnuppertag wolle die Stadt die Resonanz der Bürger auswerten und so, bei Bedarf, die Grundlagen für politische Beschlüsse zu einer Einrichtung der Anlage schaffen. (sth)

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