Konzept zum Weiterbetrieb von Stadt- und Schuhwallhalle vorgestellt

Rathaus rettet Stadthalle

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Hat eine Zukunft: Mit dem Kauf des Rathauses könnte die Stadthalle gerettet werden.

NORTHEIM (wat) – Die Schließung der Stadthalle zum 30. April und der Schuhwallhalle zum 31. Juli kann möglicherweise nun doch abgewendet werden. Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser hat dazu am Freitag das Konzept vorgestellt.

„Wir geben Geld aus, um Geld zu sparen“, erklärt Tannhäuser. Konkret bedeutet dies, dass die Stadt das Rathaus für rund sechs Millionen Euro kaufen würde, um somit den jährlichen Mietzins in Höhe von etwa 400.000 Euro zu sparen. Aufgrund der aktuellen Zinskonditionen würde die Stadt liquide Mittel von 250.000 Euro pro Jahr mehr haben. Dieses Geld könnte dann in den Weiterbetrieb der beiden Hallen fließen. Der Landkreis Northeim als Kommunalaufsicht und das Niedersächsische Innenministerium als Zukunftsvertragspartner sowie der potenzielle Finanzmittelgeber zum Erwerb des Rathauses, eine mit der Stadt eng in Zusammenarbeit stehende Bank, haben während eines Gespräches am Mittwoch in Hannover ihre Zustimmung signalisiert. Zudem geben das Innenministerium und die Kommunalaufsicht grünes Licht, die im Zukunftsvertrag vereinbarten freiwilligen Leistungen von unter drei Prozent des Ertragshaushaltes auf unter vier Prozent zu erhöhen. Dies sei vor allem der positiven Entschuldungsprognose – Northeim baut derzeit mehr Altdefizite ab als im Zukunftsvertrag vorgesehen und könnte bereits 2018 schuldenfrei sein – zu verdanken.

Voraussetzung für die Umsetzung des Konzeptes ist allerdings, dass die Stadt auch weiterhin einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen kann, also jährlich rund 500.000 Euro Schulden abbaut, der Rat dem Kauf des Rathauses und der Ergänzung des Zukunftsvertrages hinsichtlich der freiwilligen Leistungen zustimmt, diese auch unter vier Prozent bleiben und die Betriebskosten der Stadthalle gesenkt werden. „Und da sind auch die Bürger gefordert“, betont Tannhäuser. So könnte sich aus der momentanen Bürgerinitiative zum Erhalt der Stadthalle beispielsweise analog zum Bergbad ein Förderverein gründen, auch eine Kooperation mit den Kulturschaffenden in Northeim, wie dem Konzertring, sei denkbar. Seitens der Stadt werde zudem über eine Umsiedlung des Bürgerbüros in die Räume des Stadthallenrestaurants nachgedacht, um so die Betriebskosten zu senken. „Die Stadthalle sollten wir über den Kulturbetrieb hinaus dann auch nutzen“, erklärt Kämmerer Jörg Dodenhöft.

Sollte das Konzept umgesetzt und somit die Schließung unbefristet abgewendet werden, wird die Stadthalle sukzessive ertüchtigt, erläutert Tannhäuser das weitere Vorgehen. „In dem Fall würden wir einen mittel- bis langfristigen Sanierungsplan aufstellen, um die Stadthalle wieder auf Vordermann zu bringen.“ Die ersten Maßnahmen sollten dann bereits in diesem Jahr erfolgen.

Während die Stadthalle nach und nach saniert werden könnte, wird es bezüglich der Schuhwallhalle allerdings keine Investitionen seitens der Stadt geben. Mit den zusätzlichen liquiden Mitteln sei neben der Sanierung der Stadthalle lediglich Geld für einen Weiterbetrieb der Sportstätte möglich. „Man muss aber auch bedenken, dass die Alternative sonst Schließung bedeutet“, hebt der Bürgermeister hervor, „außer, es gibt plötzlich noch andere finanzierbare und zukunftsfähige Ideen.“

Um die drohende Schließung der beiden Stätten abzuwenden, muss nun schnell gehandelt werden. Der Verwaltungsausschuss tagte diesbezüglich bereits am Donnerstag und hat den Vorschlag laut Tannhäuser „überwiegend wohlwollend zur Kenntnis genommen“. Die Ratsmitglieder seien am Donnerstag via Mail ebenfalls informiert worden. „Jetzt muss kurzfristig eine Beratung in der Lenkungsgruppe Northeim 2020 erfolgen“, sagt Tannhäuser. Zu dem für die Zukunft Northeims wichtigen Thema wird es am 5. März eine nicht öffentliche Sondersitzung des Stadtrates geben. Am 12. März kommt das Konzept auf die Tagesordnung des Finanzausschusses. Am 16. März tagt noch einmal der Verwaltungsausschuss, danach soll der Lösungsvorschlag Tagesordnungspunkt in der Ratssitzung am 19. März sein. Während dieser Sitzung müsse dann bereits der Beschluss gefasst werden.

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