Polizeipuppenbühne zum Thema Medienkompetenz

Klick hat Konsequenzen

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Wer kennt sich im Internet aus: Die Grundschüler berichten von ihren Erfahrungen.

Northeim – „Wer von Euch nutzt denn das Internet?“, fragt Gudrun Nixdorff von der Präventionspuppenbühne der Polizeidirektion Göttingen die Schüler der vierten Klasse der Grundschule am Sultmer. Fast alle Finger gehen in die Höhe.

Die Kinder berichten, was sie im Internet so unternehmen, welche Spiele sie dort aufrufen und welche Videos sie sich bei Youtube anschauen. Dass heute bereits Dritt- und Viertklässler das Internet und die Sozialen Medien nutzen, ist durchaus an der Tagesordnung berichtet Nixdorff mit ihren Kollegen Saskia Kellner und Martin Napp. Aus diesem Grund setzt sich das aktuelle Stück der Polizeipuppenbühne, das derzeit zur Auf­führung kommt auch mit Mediensicherheit auseinander. „Dabei wollen wir nicht mit dem erhobenen Zeige­finger, den Kindern Angst machen, sondern sie für die Gefahren im Netz sensibilisieren und vor allem sie dazu ermutigen, sich mitzuteilen, wenn ihnen etwas im Netz komisch oder beängstigend vorkommt“, erklärt das Team. „Fit und fair im Netz: Auf dich kommt es an“ lautet dann auch der Titel des Stücks der Puppenbühne, dessen Ziel es ist, dass die Kinder verantwortungsvoll und kritisch mit den digitalen Medien umgehen. Die Geschichte besteht aus vier Szenen, die moderiert und mit den Kindern besprochen werden. Am Anfang steht Lisa, die ganz unbedarft im Internet etwas nachliest, dann in einen Chat geht und dort von einem Unbekannten zu einem Spiel eingeladen wird. Das Thema „Cyber-Mobbing“ rückt zunehmend mehr in den Mittelpunkt des Stücks, das die Kinder mit Spannung verfolgen. Dazu passend gibt es auch ein Lied, dass bereits vorher von den Kindern mit ihren Lehrern im Unterricht eingeübt wurde und sie nun begeistert mit singen können. „Worte im Netz haben viel Macht! Hast du daran schon mal gedacht? Sie können verletzen und ausgrenzen, denn jeder Klick hat Konsequenzen“, lautet die erste Strophe. Es folgt die Aufforderung trotz Angst zu handeln und sich Hilfe zu holen. Bevor die Puppenbühne in eine Schule kommt, sollte auf das Thema dort bereits im Unterricht angesprochen worden sein. „Das hat die Schule am Sultmer vorbildlich gemacht“, lobt Nixdorff. Auch nach der Aufführung sei das Thema bei den Schülern immer ganz präsent, wissen die Darsteller der Puppenbühne, da sie anschließend Feedback-Fragebögen an die Lehrer verteilen. Viele Schüler würden sich anschließend vermehrt den Lehrern anvertrauen, so die Erfahrung. In der Schule am Sultmer spielt Medienkompetenz eine wichtige Rolle, erklärt auch Schulleiterin Corinna Kulp-Wahmke. Für die dritten und vierten Klassen gibt es eine PC-AG, die gut angenommen wird. 24 Computerplätze stehen hier zur Verfügung. Leider sei das WLAN noch schlecht, aber hier stehe man in Gesprächen mit der Stadt und hofft auf eine baldige Verbesserung. Außerdem gibt es noch Smartboards, an denen viele Internetthemen besprochen werden können. Darüberhinaus habe es auch schon einen sehr gut besuchten Elternabend mit anderen Grundschulen zusammen gegeben, bei denen die Medienkompetenz der Kinder im Mittelpunkt stand. 70 Prozent der Grundschüler, so die Schätzungen von Kulp-Wahmke, hätten ein Handy, viele davon ein Smartphone. Als Nixdorff die Schüler fragt, wer alles über WhatsApp verfüge, melden sich die meisten Kinder, denn es ist ein beliebtes Kommunikationsmittel. Dabei ist der Instant-Messaging-Dienst erst für Jugendliche ab 16 Jahren erlaubt. (rgy)

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