Pastor Dirk Grundmann über seinen Wechsel nach Höckelheim und sein Buch

„Kirche muss lebhaft sein“

Pastor Dirk Grundmann vor der St.-Marien-Kirche in Höckelheim
+
Pastor Dirk Grundmann fühlt sich in seiner neuen Gemeinde in Höckelheim wohl: Für seine Gottesdienste verwendet er gerne auch Anschauungsmaterial, wie ein Bild mit Äpfeln zum Erntedankfest. Außerdem hatte er nun endlich Zeit, ein Buch zu schreiben.

Höckelheim – Beinahe 27 Jahre war er Pastor in Moringen in der Trinitatis-Gemeinde Leine-Weper, seit Februar ist Dirk Grundmann mit je einer viertel Stelle für Höckelheim und die Süd-Region Northeim zuständig. „Es war der richtige Entschluss“, ist er überzeugt. 

Zwar sei die neue Stelle komplexer, da er nicht ausschließlich für eine Gemeinde zuständig ist, „dafür ist aber mein Kalender nicht mehr überfüllt“, was für den 61-Jährigen schon aus gesundheit­lichen Gründen ein Vorteil sei. Dennoch sei er dankbar für die lange Zeit, die er in Moringen verbringen durfte. Die kommenden fünf Jahre bis zu seiner Pension sollen aber etwas ruhiger werden. Das scheint bei zum Teil drei Gottesdiensten an einem Tag, zweiwöchentlichen Dienst­besprechungen mit allen vier Pastoren der Süd-Region, Besprechungen mit dem Kirchenvorstand und Organisationen von Veranstaltungen nur schwer zu schaffen, vor allem zu Corona-Zeiten. Das funktioniere nur mit einem guten Team. „Der Kirchenvorstand ist sehr engagiert“, lobt er, „und auch die Zusammenarbeit mit den Pastoren der Süd-Region, Susanne Barth, Michael Emmendörffer und Thilo Krüger, ist sehr, sehr gut.“ Daher ist sich Grundmann auch sicher, sein Ziel, wieder mehr Menschen dafür zu gewinnen, in die Kirche zu gehen, erreichen zu können.  „Kirche muss lebhaft sein“, betont er. In seinen Gottesdiensten seien zwar alle traditionellen Elemente enthalten, aber er greife auch gerne auf Anschauungsmaterialien, wie Bilder oder Gegenstände, Musik und Videos, zurück. „Unsere Organistin Angelika Brenner spielt nicht nur super Orgel, sondern auch Klavier, und wenn ich die Lieder dann zusätzlich noch mit der Gitarre begleite, haben wir schon viel Abwechslung im Gottesdienst“, erklärt er. Zudem müsse man als Pastor immer die Zeit im Hinterkopf haben. Eine Stunde sei meistens viel zu lang, 30 bis 40 Minuten würden ausreichen, danach sei bei den meisten Besuchern die Konzentration nicht mehr da.  Dass Gottesdienste auch modern sein können, möchte Grundmann am morgigen Sonntag, 11. Oktober, in der St.-Marien-Kirche in Höckelheim beweisen. Um 18 und 19 Uhr gestaltet Grundmann die je 35-minütigen Gottesdienste zum Thema „R.E.M. Liebe Deinen Nächsten wie auch Dich selbst“. Die Aufforderung wird aktualisiert mit dem Einspielen von Liedern und Musikvideos. „Es ist ein Probeballon, wir müssen abwarten, wie die Gottesdienste angenommen werden“, sagt Grundmann. In den vergangenen Monaten sei die Kirche aber immer voll gewesen (wegen Corona finden zurzeit maximal 40 Leute in der Kirche Platz), draußen wurden Stühle und Lautsprecher hingestellt. Beim Fastnachtsgottesdienst und Grundmanns Einführung im Februar waren jeweils rund 200 Besucher in der Kirche. Auf diesen Zuspruch hofft der Pastor auch weiter. Jetzt, da es kalt und regnerisch wird, werde es aber schwieriger, Gottesdienste auch draußen mitzuerleben. Dennoch zeigt sich Grundmann optimistisch, auch dafür eine Lösung zu finden.

„80 Brocken Leben“

Dank der neugewonnen Zeit konnte Grundmann zudem einem weiteren Projekt nachgehen: Vor Kurzem ist sein Buch „80 Brocken Leben – Beobachtungen, Erfahrungen, Gedanken“ erschienen. Auf knapp 100 Seiten gibt es kleine Geschichten, Gedanken, Anekdoten und  Erinnerungen zu den Themen Glauben, Gesellschaft, Menschen, Musik, Natur, Persönliches und Seltsames zu lesen. „Es sind meine Lebens­geschichten – alles Gedanken oder Erlebnisse, die mit mir durch mein Leben gegangen sind“, erklärt Grundmann. Selbst ein Rezept findet sich in dem Buch, das in Moringen im Schreibwarengeschäft Paeslack, bei der KSN und bei der Volksbank, in Northeim in den Buchhandlungen Grimpe und Papierus sowie in Hardegsen in der Burg-Apotheke erhältlich ist. Erschienen ist es im Verlag „Wort im Bild“ (Bestellnummer 878.818). „Ich musste   sogar schon Nachschub in  die Verkaufsstellen bringen“, freut sich Grundmann über die positive Resonanz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare