Hollenstedter sind von Northeimer Stadtverwaltung enttäuscht

Ortsrat kämpft für Brücke

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Fühlen sich als Bürger und Ortsratsmitglieder nicht ernst genommen (von links): Hildegard Pavel, Joachim Dörre, Matthias Lutze, Werner Boldt, Ute Schocke, Cornelia Schilling-Hacke und Ursula Hartje fordern von der Stadtverwaltung ein Mitspracherecht bei Entscheidungen ihre Ortschaft betreffend. Es fehlen August Macke und Christian Frohme.

HOLLENSTEDT (wat) – Die Stimmung in Hollenstedt ist derzeit mehr als betrübt. Der Ortsrat fühlt sich von der Stadt Northeim nicht nur im Stich gelassen, sondern übergangen. „Hier geht es um das Bild der Ortschaft und um den Bürgerwillen“, ärgert sich Ortsbürgermeister Werner Boldt darüber, dass der Ortsrat kein Mitspracherecht bei der an­stehenden Brückensanierung hat.

Der Ortsrat hat lediglich die Möglichkeit, eine Empfehlung auszusprechen, über das Projekt entschieden wird im Rat. „Oder im Verwaltungsausschuss hinter verschlossenen Türen“, kritisiert Hildegard Pavel, Mitglied im Orts- und im Stadtrat, „die ehrenamt­liche Arbeit, die wir alle im Ortsrat machen, ist dann irgendwie für die Katz.“ Auch die Bürger seien enttäuscht, dass dem Ortsrat die Hände gebunden sind, berichtet Ute Schocke, die eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Böllebrücke in ihrer jetzigen Form ins Leben gerufen und bereits 169 Unterschriften gesammelt hat. „Mit dem geplanten Neubau der Brücke geht außerdem die Identität unserer schönen Ortschaft verloren“, ergänzt Boldt. Der Neubau sieht eine Brücke aus Betonprofilen vor (HALLO berichtete). Der Ortsrat hatte seinerzeit zwar empfohlen, die Brücke instand setzen zu lassen, mit so einer Baumaßnahme allerdings nicht gerechnet. „Jetzt können wir nichts mehr tun, ein Vetorecht haben wir ja nicht“, ist Ortsratsmitglied Matthias Lutze enttäuscht. Vor allem die von Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser während des Wahlkampfes in den Vordergrund gestellte Stärkung der Ortschaften sei für den Hollenstedter Ortsrat „nur eine leere Phrase“. Von der Verwaltung wünschen sich die Hollenstedter mehr Feinfühligkeit in Bezug auf die einzelnen Ortschaften. Auch im Hinblick auf die Zukunft der ehrenamtlichen Arbeit in den Ortsräten. „Wer möchte denn noch im Ortsrat tätig sein, wenn es doch nichts bringt?“, befürchtet Pavel, dass sich immer weniger Menschen für die Übernahme eines solchen Amtes begeistern lassen.

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