Pegida-Ableger nun auch in Northeim / Gegendemonstration am Montag auf dem Münsterplatz

Nogida formiert sich

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Der Pegida-Ableger in Northeim – Nogida – hat die ersten Likes. Mit NoNogida hat sich bei Facebook aber prompt  Widerstand geregt.

NORTHEIM (wat) – Ein Ableger der Pegida hat sich vor wenigen Tagen nun auch in Northeim gegründet. Die Nogida, Northeimer gegen die Islamisierung des Abendlandes, hat auf Facebook bis Dienstagmorgen bereits 240 Likes erhalten.

Die anonymen Initiatoren möchten laut ihres Auftritts auf Facebook, „dass alle Kinder in einem friedlichem und weltoffenem Deutschland und Europa aufwachsen können“, und betonen, dass „jeder Mensch, gleich welcher Nationalität oder Religion“ ihnen willkommen ist. Weiter heißt es jedoch: „Unsere Städte, Dörfer und Gemeinden sind keine Orte zum Austragen von Stellvertreter- oder Glaubenskriegen. Wir akzeptieren keine Hetze von irgendwelchen Salafisten gegen ,Ungläubige’ oder Andersgläubige. Wir akzeptieren in Europa keinerlei ,Tätigkeiten’ von IS, PKK, al Kaida oder wie sie alle heißen. Unser freies Denken, unsere freie und offene Lebensweise wollen wir für alle in Europa lebenden Menschen erhalten.“

„Ich bin für eine pluralistische und polyglotte Gesellschaft, wir sollten auch weiter tolerant sein“, nimmt Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser die Nogida-Bewegung ernst. Von dem Gedankengut, das die vor einigen Wochen in Dresden gestartete Bewegung zum Teil verbreitet, distanziert er sich: „Das ist schon beobachtungswürdig, wir sollten schauen, welche Tendenzen daraus zu erkennen sind.“

Wie bereits in ganz Deutschland geschehen, hat sich nur ein paar Tage später eine Gegenbewegung zu Nogida auf Facebook gegründet: NoNogida. Die ebenfalls anonymen Initiatoren räumen der Nogida-Bewegung nur wenig Aussicht auf Erfolg in Northeim ein. Dennoch möchten sie frühzeitig dagegen steuern, heißt es auf Facebook. Mit NoNogida solle ein Zeichen gegen Rassismus und für Nächstenliebe sowie eine weltoffene Gesellschaft gesetzt werden. Bis Dienstagmorgen verzeichnete die Seite bereits 311 Likes.

Um dem Pegida-Ableger in Northeim die Stirn zu bieten, ruft das Northeimer Bündnis gegen Rechtsextremismus für Montag, 19. Januar, um 17 Uhr zu einer Demonstration am Münsterplatz auf. „Die Demo haben wir bereits seit Dezember geplant – als Zeichen gegen die Pegida. Nun möchten wir auch Flagge zeigen gegen die Nogida“, erklärt Erika Goebel vom DGB-Ortsverband Northeim, Mitglied im Northeimer Bündnis gegen Rechtsextremismus. Die Demo steht unter dem Motto „Gemeinsam gegen Rassismus und Ausgrenzung! Für eine solidarische und soziale Gesellschaft“. Redebeiträge kommen von Erika Goebel, Pastor Bernd Ranke (stellvertretender Superintendent), der türkisch-islamischen Gemeinde Northeim und vom Festkomitee des „Günterser Frühlingsfestes“. Auch Tannhäuser hat seine Teilnahme angekündigt.

HALLO möchte von den Lesern wissen, wie sie zu Nogida stehen. Dazu einfach auf der Homepage an der Umfrage teilnehmen. Das Ergebnis wird in der kommenden HALLO Mittwoch veröffentlicht.

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