Northeimer Tiefbauamt testet Sprühasphalt

Günstig repariert

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Schnell und günstig: der „Blow-Patcher“ sprüht gezielt eine Mischung aus Split und Bitumen auf Straßenschäden auf.

Northeim – Der dicke Rüssel des „Blow-Patchers“ fängt langsam an zu rotieren. Nach kurzer Zeit schießen wie aus einer Sprühdose mit Bitumen ummantelter Split aus dem Rohr und legten sich als Reparaturschicht auf den Asphalt.

„Ich kenne die Technik bereits aus Bad Lauterberg. Da habe ich sie fünf Jahre an­gewandt“, erklärt Thomas Hunold, Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Northeim. Bei der so genannten „Verkehrs­flächensanierung mit Sprüh­asphalt“ gehe es um konkrete Gefahrenabwehr. Das Verfahren ist nicht für den Einsatz auf der kompletten Straßenbreite geeignet, bringt jedoch schnelle und kostengünstige Hilfe bei kleineren Schad­stellen wie Schlag­löchern und Rissen. Das sonst übliche DSK-Verfahren (Dünne Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise), ist mit Kosten von rund 25 Euro pro Quadratmeter gut zweieinhalbmal so teuer wie der Sprühasphalt. Dies ergibt sich unter anderem aus dem geringeren Personal- und Geräteeinsatz. „Normalerweise braucht man dafür eine Walze, einen Lastwagen und drei oder vier Mann. Im Blow-Patcher sitzt ein Fahrer“, erläutert Hunold. Das Zwei-Mann-Team um Fahrer Thomas Hooth wurde probeweise von der Stadt beauftragt, um zu testen, ob das Verfahren für die beschädigten Northeimer Straßen geeignet ist. Von der Hindenburg- über die Bürgermeister-Peters- bis zur Wilhelmstraße waren sie im Einsatz. Ursprünglich waren auch die Graf-Otto Straße, „In der Fluth“ und der Friedrich-Ebert-Wall angedacht. „Das wird eng“, urteilte der Fachmann Hooth schon bei der ersten Streckenerkundung. Obwohl die ursprüngliche Maßnahme von zwei auf drei Tage verlängert wurde, habe die Zeit hierfür nicht aus­gereicht. Schlechtes Wetter und massive Straßenschäden hätten die Arbeiten verzögert. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 10.000 Euro. Für das Verfahren spricht neben den geringeren Kosten auch die schnelle Verarbeitung und kurze Verkehrsbehinderung aufgrund der Maßnahme. Nachdem die klebrige Split-Bitumen-Mischung aufgesprüht wurde folgt aus dem gleichen Rüssel eine dünne Lage Rollsplit und die Fahrbahn kann sofort freigegeben werden. „Für Northeim ist das Patchen Neuland, aber ich habe gute Erfahrungen damit gemacht“, berichtet Hunold. In Bad Lauterberg wurden die Patch-Arbeiten mit einem kleinen Fahrzeug vom Bauhof vorgenommen und im folgenden Jahr mit dem DSK-Verfahren weiterbearbeitet. Da Northeim mit 180 Kilometer Straßen eine viel größere Fläche zu versorgen hat, ist ein gleiches Vorgehen jedoch unwahrscheinlich. „Das DSK-Verfahren hält gut sechs bis acht Jahre. Beim Sprühasphalt ist von einer ähnlichen Lebensdauer auszugehen.“ (sth)

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