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„Geht raus in die Natur!“

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Von: Janina Watermann

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Neue Hinweisschilder Mittelwald PK
Möchten den Mittelwald noch bekannter machen (von links): Norman Peckmann, Jonas Fürchtenicht, Simon Hartmann und Helvi Ritter. © Janina Watermann

Northeim – Jeder Northeimer kennt den Wieter, doch nur die wenigsten kennen den Mittelwald. Um diese Waldwirtschaftsform im Herzen des Northeimer Walds bekannter zu machen, wurde vor einigen Jahren das Projekt Mittelwald ins Leben gerufen.

Inzwischen gibt es verschiedene Rundwege, zahlreiche Infotafeln, Hinweise auf 17 Bäume des Jahres im Wald und einen Barfußpfad. Jetzt wurden zudem an der Wieterschutzhütte sowie am Parkplatz neue Hinweisschilder, die den Weg zum Eingang in den Mittelwald ausweisen, von Förster Jonas Fürchtenicht und seinem Team aufgestellt. Die alten waren abgängig. Gefertigt wurden die Schilder, wie auch schon bei vergangenen Projekten im Mittelwald, von der Firma Gonu. Inhaber Norman Peckmann: „Wir möchten mit solchen Projekten Kinder und Erwachsene für Natur und Umwelt sensibilisieren, dafür ist der Mittelwald super geeignet.“

Türkenbundlilie Hinweisschild Mittelwald
Die Türkenbundlilie ist das Symbol des Mittelwalds und weist den Weg. © Janina Watermann/Archiv

„Wir hoffen, dass jetzt noch mehr Menschen den Weg durch den Mittelwald finden“, sagt Helvi Ritter, Geschäftsführerin der Northeim Touristik. Rund eine Stunde dauert der Weg zu Fuß, dabei kann zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden gewählt werden. „Man kann jede Woche herkommen, und es sieht immer anders aus“, schwärmt Ritter. Bürgermeister Simon Hartmann ergänzt: „Und nach 15 Minuten im Wald ist man gechillt, sagt unsere Naturschutzbeauftragte und Mittelwaldexpertin Ingrid Müller.“ 
Der Weg durch den Mittelwald ist vor allem für einen Spaziergang geeignet. „Er ist nichts zum Auspowern, sondern kulturhistorisch und  naturtechnisch angelegt“, erklärt Fürchtenicht, dass man aber dennoch gut zu Fuß sein muss, wenn man die geschotterten Wege verlässt. Und man müsse sich Zeit nehmen, betont Ritter, „denn es gibt rechts und links immer viel zu sehen“. Zum Beispiel die Frühblüher, wie Fürchtenicht verrät, und auch der Bärlauch würde schon einige Zentimeter hoch stehen. „Nutzt das und geht raus in die Natur!“, ruft Ritter zum Spaziergang auf. Fürchtenicht regt diesbezüglich die Stadtverwaltung an, den Parkplatz Keimsdorn, von dem aus der Mittelwald in wenigen Minuten zu Fuß erreicht werden kann, bei Google Maps aufzunehmen, da viele den Parkplatz nicht kennen oder nur schlecht finden würden.

Schild Keimsdorn Wieter
Der Parkplatz Keimsdorn ist nicht jedem bekannt. Er liegt etwa auf halbem Weg an der Straße zum Wieterturm. Von dort sind es nur wenige Gehminuten zum Eingang des Mittelwaldrundwegs. © Janina Watermann/Archiv

Die Wege durch den Mittelwald, wo die Bäume des Jahres stehen und Wissenswertes über die besondere Form der Waldbewirtschaftung sind im Flyer „Mittelwald“ zu finden, den es in der Tourist-Information und unter www.northeim-touristik.de gibt. 

Gefahren für den Wald und für Besucher

Aufgrund der Hitze der vergangenen Jahre sind auch im Mittelwald zahlreiche Bäume in Mitleidenschaft gezogen worden, berichtet Fürchtenicht. Vor allem die für die Bewirtschaftungsform typischen alleinstehenden, hohen und großkronigen Bäume würden unter Sonnenbrand leiden. Das sorge dafür, dass sich, wie bei den Menschen, irgendwann ihre Rinde ablöst und so Pilze, Bakterien und Schädlinge eindringen können, die den Baum absterben lassen. Vor allem bei Unwetter und Sturm ist die Gefahr groß, dass Bäume umstürzen können, weshalb der Forstamtsleiter davor warnt, bei oder direkt nach solchen Wetterlagen in den Wald zu gehen. Er und sein Team führen aber regelmäßig und engmaschig Kontrollen durch. Damit der Wald sich von alleine wieder erholt, brauche es viel Regen. Ansonsten können aber zum Beispiel auch Ahorn und Esche gepflanzt werden, die mit trockenen Böden deutlich besser zurecht kommen als zum Beispiel Buchen.

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