Rat der Stadt Northeim beschließt B-Plan Nr. 50 und Zentrenkonzept

Neubau kann beginnen

NORTHEIM (wat) – Der Rat der Stadt Northeim hat mehrheitlich die Aktualisierung des Zentrenkonzeptes sowie einstimmig die Änderung des Bebauungsplans Nr. 50 (Im Schliepas – Schaperweg) beschlossen und so den Weg frei gemacht für den Neubau von Wohnungen, Einfamilienhäusern sowie eines neuen Edeka-Marktes auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses. Das Grundstück wurde von der Kreis-Sparkasse Northeim erworben, die auch die Erschließungskosten übernimmt. Mit dem Beschluss wurde nun ein beinahe eineinhalb Jahre dauernder Diskussionsprozess beendet.

Sorge bereitete den meisten Ratsmitgliedern vor allem, dass mit dem Neubau des Edeka-Marktes, in den Tobias Schnabel, Inhaber des Marktes an der Ecke Wieterstraße/ Bürgermeister-Peters-Straße und FDP-Ratsmitglied, investiert, die Kaufkraft von der ohnehin geschwächten Innenstadt abwandern könnte. Erst nach zahlreichen Gutachten und Gesprächen mit Kauf­leuten in der Innenstadt und dem Northeimer Stadtmarketing sowie einer Verschärfung der Northeimer Liste, in der das zentrenrelevante Sortiment definiert wird, das in dem neuen Supermarkt maximal zehn Prozent des Gesamtsortimentes ausmachen darf, konnten letzte Bedenken aus dem Weg geräumt werden. Ratsfrau Birte Kiel-Just (SPD) zeigte sich über die geplante Investition von Schnabel erfreut und teilte die Bedenken ihrer Ratskollegen nicht. „Dass die Innenstadt den Bach runter geht, hat andere Gründe“, glaubt sie und appelliert an die Northeimer, zum Beispiel Bücher nicht im Internet zu bestellen, sondern in der Buchhandlung vor Ort.

Den Vorwurf von FDP-Ratsmitglied Irnfried Rabe, die Diskussion hätte so lange gedauert, weil der Rat Vorbehalte gegen Schnabel als Person habe, wiesen die anderen Parteien vehement zurück. „Wir haben nicht gegen Tobias Schnabel gearbeitet, sondern gerade weil es auch um die geschäftliche Zukunft eines Ratskollegen geht, umso akribischer alles geprüft“, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Binnewies.

Kritik äußerten insbesondere SPD, CDU und Grüne an der Verwaltung. „Es wurden zum Beispiel die Gewerbetreibenden vor Ort nicht zum Zentrenkonzept befragt, es gab zunächst kein Anhörungsverfahren und Stellungnahmen wurden mit viel zu kurzen Fristen eingefordert“, kritisiert Helga Jäger (CDU) das Vorgehen der Verwaltung. „Die Verwaltung musste regelrecht gezwungen werden, die Betroffenen anzuhören“, stimmt SPD-Fraktionschef Berthold Ernst zu und betont, dass ein 3.000 Quadratmeter großer Supermarkt unter juristischen Aspekten noch zu einem Problem werden könnte. Dennoch sei der Beschluss in seiner Gänze als Meilenstein für die Stadtentwicklung anzusehen.

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