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Netzwerk Pro Inklusion sucht Assistenten

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Von: Janina Watermann

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Kira Royeck Lukas Seidel Netzwerk Pro Inklusion
Kira Royeck und Lukas Seidel möchten das Netzwerk Pro Inklusion noch größer machen. © Janina Watermann

Northeim – „Wir haben die Zeit gut genutzt, um Aufgaben aufzuteilen“, berichtet Lukas Seidel vom Netzwerk Pro Inklusion und meint damit die Unterstützung von Kira Royeck, die ihm seit dem 1. März zur Seite steht. Royecks und Seidels Aufgabe ist in erster Linie, alle Institutionen, Vereine und Verbände in der Region im Netzwerk zu bündeln, um so Synergien zu nutzen.

Dafür möchten sie unter anderem vier Mal im Jahr einen Runden Tisch organisieren. Wegen der erneut steigenden Corona-Zahlen sei dies zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht möglich. Daher findet am 11. Juli um 15.30 Uhr zunächst ein Kooperationspartnertreffen, unter anderem mit den Beiräten für Menschen mit Behinderungen, der ZISS Selbsthilfekontaktstelle, der EUTB und dem Kreisjugendring, statt. Interessierte können sich noch bis Montagmorgen per E-Mail an info@proinklusion-northeim.de anmelden. Das Treffen findet online via Teams statt.

Als Netzwerk müssten sie noch bekannter werden, sind sich beide sicher, und würden deshalb demnächst unter anderem auf dem Northeimer Wochenmarkt oder auch in Supermärkten präsent sein. Eine erste Aktion gab es bereits am 5. Mai, als beispielsweise die Bundestagsabgeordneten Karoline Otte (Grüne) und Frauke Heiligenstadt (SPD) mit dem Rollstuhl und Northeims Bürgermeister Simon Hartmann mit Augenbinde und Blindenstock durch die Northeimer Innenstadt zogen, um selbst einmal die zahlreichen, aber für Menschen ohne Handicap nicht immer gleich bemerkbaren Barrieren zu spüren. „Das war ein absoluter Erfolg“, freut sich Royeck, denn es seien viele Barrieren entdeckt worden. Ein Video davon ist unter www.proinklusion-northeim.de zu sehen. Auch in Einbeck und Uslar sollen in diesem Jahr ähnliche Aktionen stattfinden.

Royeck und Seidel haben sich allerdings noch mehr vorgenommen. Sie möchten eine Datenbank für barrierefreie Sport-, Kultur- und Freizeitangebote aufstellen. „Wir sind dankbar für jeden Hinweis“, ruft Royeck dazu auf, solche Orte dem Netzwerk zu melden. „Bei Unsicherheiten schauen wir aber auch vor Ort, ob Barrierefreiheit gegeben ist“, erklären die beiden. Und auch alle, die beispielsweise ein Vereinshaus oder ein Café barrierefrei umgestalten möchten, können sich an das Netzwerk wenden. Dort erhalten Interessierte Informationen, welche Ansprechpartner die richtigen sind und was beachtet werden muss. „Zurzeit lohnt sich zum Beispiel die barrierefreie Umgestaltung von Sportstätten auf jeden Fall, denn die Fördertöpfe des LSB sind voll“, weiß Royeck, die auch Inklusionsbeauftragte des Kreissportbunds ist.

Eine weitere Baustelle, die insbesondere Seidel am Herzen liegt, ist der Aufbau eines Assistenzpools, denn viele Menschen mit Handicap – und davon gibt es im gesamten Landkreis rund 13.000 – benötigen in gewissen Situationen Unterstützung. Damit ist keine pflegerische Tätigkeit gemeint. Vielmehr geht es zum Beispiel darum, jemanden zu einem Konzert zu begleiten, beim Einkauf zu helfen oder zu einem Treffen zu fahren. „Bei den bisherigen Anbietern sind die Kapazitäten erschöpft“, weiß Seidel, der selbst sechs Assistenten hat. Eine Qualifikation ist dabei nicht nötig, nur die Chemie müsse stimmen. „Eine Assistenz nimmt nichts ab, sondern unterstützt auf Zuruf“, fasst Seidel zusammen. Für den Pool würden ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte gesucht. Wer Interesse an so einer Tätigkeit hat oder sich weiter informieren möchte, kann sich beim Netzwerk per E-Mail an info@proinklusion-northeim.de oder unter 05551/9103994 melden. Zudem sucht das Netzwerk Pro Inklusion noch eine 450-Euro-Kraft für Bürotätigkeiten.

Auch wenn ihr Schwerpunkt auf Behinderungen liegt, meint Inklusion für die beiden aber doch deutlich mehr. „Inklusion umfasst auch das Zusammenbringen von Alten und Jungen und von Menschen aus verschiedenen Ländern“, umreißen sie den Inklusionsgedanken und laden alle daran interessierten Verbände oder Vereine ein, dem Netzwerk beizutreten.

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