Nach 25 Jahren Jugendkunstschule Kaleidoskop ist jetzt Schluss

„Bereicherung des Lebens“

Simon Hartmann, Renate Dieckmann und Stefan Loheide vor Bildern der Ausstellung in der Stdathalle
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Abschied nach 25 Jahren: Bürgermeister Simon Hartmann (links) und Stadtjugendpfleger Stefan Loheide danken Renate Dieckmann (vor dem von ihr hoch gelobten Bild „Tänzer“ von Melanie Kolberg) für ihr Engagement.

Northeim – 25 Jahre lang leitete Renate Dieckmann ihre Jugendkunstschule Kaleidoskop in Northeim. Jetzt hört die Kunstpädagogin auf. „Ich habe die lange Zeit als wirklich kurz empfunden“, verrät sie. Bilder aus den verschiedenen Kunstkursen sind aktuell im Foyer der Stadthalle ausgestellt.

„Es ist beeindruckend, was Sie geschaffen haben“, lobte Bürgermeister Simon Hartmann die Arbeit Dieckmanns während ihrer offiziellen Verabschiedung. In Northeim gebe es kaum jemanden, der nicht mit der Jugendkunstschule in Berührung gekommen sei. Aus rund 300 Teilnehmern jährlich kitzelte Dieckmann deren künstlerischen Talente.  „Ich wollte dabei immer die Freude an der Kunst und am künstlerischen Tun wecken“, erklärt sie ihre Vorgehensweise. Kunst sei für sie eine Bereicherung des Lebens, denn man bewege sich gedanklich, bewege sich in seiner Arbeit. „Wir haben uns immer weiterentwickelt, meine Teilnehmer und auch ich“, betont Dieckmann.  Wer an einem Kursus bei der Kunstpädagogin teilgenommen hat, hat das Malen oder Zeichnen von Grund auf gelernt. Farbenlehre, verschiedene Techniken oder die geeignete Art Papier, Dieckmann verstand es, nicht nur aus den Teilnehmern, sondern auch aus dem entstehenden Bild das Optimum herauszuholen. Dabei korrigierte sie jedoch nie oder legte selbst beim Bild Hand an, sondern gab nur Tipps und zeichnete im Notfall auf einem extra Blatt Papier etwas vor. Besonders lobenswert sei, so Stadtjugendpfleger Stefab Loheide, dass Dieckmann bei den Kindern einen Freigeist entwickelt habe. „Ohne Sie wird es lebloser im Kinder- und Jugendkulturzentrum“, bedauert er. Viele Kinder seien immer voller Stolz aus ihren Kursen gekommen, weiß er.  Nach ihren Anfängen mit einer Malschule in Angerstein zog Dieckmann 1989 nach Hammenstedt, wo sie vor allem für Kinder Töpfer- und Malkurse anbot. 1995 kam die Kooperation mit der Stadt Northeim zustande, die Jugendkunstschule Northeim Kaleidoskop wurde gegründet. Es folgte der Umzug in das Kinder- und Jugendkulturzentrum Alte Brauerei in Northeim. Jetzt war es an der Zeit aufzuhören. Den Entschluss fasste die Kunstpädagogin vor etwa zwei Jahren. „Es war immer mein Traum, Menschen mit Kunst zu beleiten und sie zu fördern, jetzt ist einfach der perfekte Zeitpunkt aufzuhören“, begründet sie die Entscheidung.  Im Foyer der Stadthalle sind die Arbeiten ihrer Teilnehmer verschiedener Kurse noch mindestens bis zum 19. Dezember, sehr wahrscheinlich aber auch darüber hinaus zu sehen. Im unteren Bereich sind Bilder erwachsener Teilnehmer ausgestellt, im oberen Bereich zeigen Kinder und Jugendliche ihr künstlerisches Talent. Ein Einlass ins Foyer ist während Veranstaltungen, wie aktuell Sitzungen, möglich. Während die Stadthalle als Impfzentrum genutzt wird, ist sie während des Betriebs auch für Besucher der Ausstellung geöffnet. 

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