„Wo ist der Bürgermeister?“

Hans-Erich Tannhäuser

NORTHEIM (rgy) - Die Arbeitsabläufe im Rathaus sowie das erneute Fehlen des Bürgermeisters Hans-Erich Tannhäuser überlagerten die inhaltlichen Fragen im städtischen Bauausschuss am Dienstag. Fraktionsübergreifend wurde der Unmut darüber geäußert, dass der Hauptverwaltungsbeamte erneut den Bürgern und Ausschussmitgliedern nicht für Fragen zur Verfügung stand.

Laut Ausschussvorsitzenden Dietmar Kahler sei der Bürgermeister dem Ausschuss fern geblieben, da Bauamtsleiter Lars Bredemeier ihm gesagt hätte, dass aufgrund der kurzen Tagesordnung seine Anwesenheit nicht erforderlich sei. Bredemeier betonte, dass er als Amtsleiter in vielen Fragen der Ansprechpartner sei. Zudem war auch noch der Leiter des Tiefbauamtes Thomas Hunold mit in der Sitzung. Doch die Ausschussmitglieder zeigten für diese Position keinerlei Verständnis, zumal der Bürgermeister, so Anskar Lürig (CDU), in dieser Ratsperiode noch nicht einmal an einer Bauausschusssitzung teilgenommen hätte. Knut Fürsten (SPD) und Hans Harer (Grüne) mahnten an, dass es wichtig sei, dass der Bürgermeister Gesicht zeigt, auch wenn Bredemeier kompetent sei. „Dieser Ausschuss ist der mit dem meisten Bürgerinteresse“, erklärte Harer. Helga Jäger (CDU). kritisierte, dass sie ihre Fragen, die nur der Bürgermeister beantworten könne, nun wieder unbeantwortet mit nach Hause nehmen müsse. Es gebe Anfragen, die wichtig seien und die Hunold und Bredemeier nicht beantworten könnten, da sie nicht lange genug im Amt seien. „Wir legen Wert darauf, dass der Bürgermeister hier sitzt“, betonte Jäger und verwies darauf, dass sie als ehrenamtliches Ratsmitglied am Dienstag bereits seit morgens um 9 Uhr im Rathaus war, da Vorstellungs­gespräche liefen, und sie anschließend trotzdem dem Bauausschuss beiwohnte. Auch Eckhard Ilsemann (FDP) machte klar: „Es gehört zu seinen Aufgaben, im Ausschuss zu sein. Ich habe schon immer kritisiert, wenn der Bürgermeister fehlt. Wir Mitglieder kommen auch wegen eines Tagesordnungspunktes.“ Für weitere Diskussion sorgte auch, dass das Protokoll seitens der Verwaltung zurückgezogen wurde. Kahler machte darauf aufmerksam, dass es ein unübliches Vorgehen sei, das Protokoll, nachdem er es freigegeben hatte, wieder zurückzuziehen. Bredemeier entschuldigte das Vorgehen damit, dass es, als Kahler es erhalten habe, noch nicht von ihm und dem Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters Jörg Dodenhöft freigegeben gewesen sei. Auch das Verbleiben einer Bürgereingabe an den Rat sorgte für Diskussionsstoff. So habe eine Eingabe eines Anwohners des Dörtalsweges vom 21. Februar erst jetzt die Ratsmitglieder erreicht. Sie sei zuvor weder an die Ratsmitglieder weitergeleitet noch im Ratsinformationssystem eingestellt gewesen. Bredemeier erläuterte kurz den rathausinternen Weg: über das Büro des Bürgermeisters auf seinen Schreibtisch bis zu Hunold, der aber zu dieser Zeit erkrankt war. „Wegen der personellen Ausstattung muss vieles liegenbleiben, wenn jemand krank ist“, erläuterte Bredemeier. Jäger forderte, dass eine Eingabe entsprechend schnell behandelt werden und Priorität haben müsse. Auch bei Vertretungen im Krankheitsfall.

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