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Mit Haaren das Meer retten

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Friseurmeisterin Daniela Sauer
Friseurmeisterin Daniela Sauer: Aus den abgeschnittenen Haaren werden effektive Filter zur Reinigung von verschmutzten Gewässern hergestellt. © Friseur am Turm

Northeim – Mit natürlichen Mitteln gegen menschengemachte Verschmutzungen von Flüssen, Seen, Meeren – Daniela Sauer sammelt seit Anfang des Jahres in ihrem Northeimer Salon „Friseur am Turm“ die abgeschnittenen Haare ihrer Kundschaft, um sie dem Umweltschutzprojekt „Hair Help the Oceans“ zukommen zu lassen: Aus den Haaren werden effektive Filter für verschmutzte Gewässer hergestellt.

Bis vor wenigen Monaten wurden abgeschnittene Haarreste aus ihrem Friseurgeschäft weggeworfen, wenn sie sich nicht zur Herstellung von Perücken nutzen ließen. Wie sich dieser „Abfall“ aber nutzen lässt, um Sinnvolles zu bewirken, zeigt das haarige Projekt, dem sich die Friseurmeisterin angeschlossen hat, als sie auf der Suche nach einer Alternative zum schnöden Wegwerfen war: „Hair Help the Oceans“ funktioniert einfach und entfaltet große Wirkung für die Umwelt in Flüssen, Seen und Meeren.


Haare besitzen nämlich die besondere Eigenschaft, wasserunlösliche Materialien aufzusaugen und an sich zu binden, erläutert die 48-jährige Friseurmeisterin. Daher eignen sie sich als natürliches Reinigungsmittel gegen Verschmutzungen wie Öl, Benzin und Sonnenmilchreste in Gewässern. Ein Kilogramm Haar könne bis zu acht Kilogramm Öl aus dem Wasser filtern und sei nach der anschließenden Reinigung noch acht Mal wieder verwendbar, betont die Hilkeröderin. Und: Die Haarfilter werden mittlerweile weltweit eingesetzt.

Die abgeschnittenen Haare werden in Papiertüten gesammelt und von „Hair Help the Oceans” abgeholt. Dort werden sie zu Rollen und Filz-Matten verarbeitet und später als Filter in verschmutzte Gewässer gesetzt. Gemeinsam mit mehreren Hundert Friseurgeschäften in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz unterstütze so auch ihr Salon Meere, Flüsse und Seen mit Haarresten auf natürliche Weise zu reinigen, freut sich Daniela Sauer. Ihre Kundschaft stehe ebenfalls zu dem nachhaltigen Projekt: „Und wir haben sogar Neukunden durch die Aktion gewonnen.“

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