Im Leben von Hans Joachim Mick dreht sich alles um Fahrzeuge und Motoren

„Adrenalin pur“

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Leiter der Northeimer TÜV-Station Hans Joachim Mick, hier beim Lichttest, in seinem Element: Der ehemalige Rallyefahrer ist auch als Rennleiter tätig.

NORTHEIM (wat) – Seit 28 Jahren ist Hans Joachim Mick beim TÜV, leitet seit vielen Jahren die Station in Northeim. Was aber die wenigsten wissen: Er ist auch als Renn­leiter bei namhaften Rennen wie den ADAC Masters, Motorradrennen und sogar bei der DTM tätig.

„Von meinen Eltern habe ich die Leidenschaft nicht, die haben ihr erstes Auto erst ganz spät bekommen“, schmunzelt Mick, „wahrscheinlich habe ich das von meinem Opa, der mir auch das Autofahren beigebracht hat.“ Schon als Kind stand für den 63-Jährigen fest, dass er sich später mit Motoren beschäftigen wird. Noch bevor er seinen Führerschein hatte, fuhr er als Beifahrer Rallyes, wechselte dann für viele Jahre auf den Fahrersitz. 1979 fuhr er als einer von 129 Fahrern beim Opel-Kadett-Cup mit. „Die Autos waren alle identisch, alle mit 60 PS, da kam es wirklich nur auf das fahrerische Können an“, berichtet er. Bis 1986 nahm er aktiv an verschiedenen Rallyes, vor allem in Niedersachsen und Norddeutschland, teil – viele Male auch mit seiner Frau, die genauso vom Motorsport begeistert ist. Dabei konnte Mick einige Klassen- und Gesamtsiege für sich verbuchen. Inzwischen sitzt der Kfz-Meister aber nicht mehr selbst am Steuer, sondern ist neben den Rennstrecken aktiv. Wie er dazu gekommen ist, kann er nicht mehr genau sagen. „Irgendjemand hat mich gefragt, ob ich bei einer Veranstaltung helfen könnte, und dann bin ich dort irgendwie reingerutscht“, erzählt Mick. Nach und nach übernahm er immer mehr Aufgaben, machte schließlich seine internationale Rennleiterlizenz. Der erste Einsatz hatte es auch gleich in sich: die Superbike-WM. Das war vor über zehn Jahren. Zahlreiche Einsätze führten den 63-Jährigen quer durch Deutschland, insbesondere an die Rennstrecke in Oschersleben. Dort war er in diesem Jahr auch als einer von sieben Rennleitern für die DTM tätig. „Rennen sind für die Fahrer und für alle neben der Rennstrecke immer Adrenalin pur, ganz egal, ob internationale Veranstaltungen oder kleine Rallyes“, berichtet Mick, der jedes Mal glücklich ist, wenn ein Rennen vorbei ist und alle Beteiligten gesund sind. „Schlimme Unfälle steckt man nicht einfach weg“, weiß er aus trauriger Erfahrung. Besonders bei Motorradrennen sind die Fahrer gefährdet. „Ich erinnere mich an ein Motorradrennen, bei dem es 148 Stürze gab“, sagt Mick. Deshalb müssen er und die anderen Kollegen sowie der Racedirector auch hart durchgreifen und bei unsportlichem Verhalten auch Strafen verhängen, um die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten. „Leib und Leben stehen über allem“, betont der erfahrene Rennleiter, der am liebsten bei den kleineren und weniger medienwirksamen Rennen dabei ist. „Da kann man mit den Fahrern noch reden, ab einer bestimmten Klasse gibt es von ihnen nur noch Statements“, bedauert er. Für Mick ist inzwischen der Zeitpunkt gekommen, sich ein wenig zurückzuziehen: „Ich versuche gerade, etwas mehr in die zweite Reihe zu gehen, damit der Nachwuchs ran darf.“ Doch seine Leidenschaft für den Motorsport wird bleiben.

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