Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz zu Besuch am Amtsgericht Northeim

„Justiz braucht die Besten“

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Im persönlichen Gespräch vor Ort: Northeims Amtsgerichtsdirektorin Ingrid Sell (links) berichtet Niedersachsens Justiz­ministerin Antje Niewisch-Lennartz von aktuellen und möglichen Problemen.

NORTHEIM (wat) – Im Rahmen ihrer Sommertour stattete die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz am Freitag dem Northeimer Amtsgericht einen Besuch ab. Dort machte sie sich im Gespräch mit den Mitarbeitern ein Bild über die aktuelle Situation.

„Über die Probleme, mit denen Amtsgerichte zu kämpfen haben, kann ich mich vor Ort viel besser informieren als am Schreibtisch“, erklärt Niewisch-Lennartz. In Northeim falle vor allem das hohe Alter der Mitarbeiter auf. „Mit durchschnittlich etwa 57 Jahren haben wir eine der höchsten Altersstrukturen im Bezirk“, sagt Ingrid Sell, Direktorin des Amtsgerichts. Mit weiterführenden und sich stets ändernden Aufgaben würden auch die Anforderungen an das Personal steigen. So wird beispielsweise ab dem 1. Januar der elektronische Rechtsverkehr eingeführt, die Papierakte soll bis 2018 dann komplett verschwinden. „Junge Menschen kommen damit meist schnell zurecht, bei manchen älteren Mitarbeitern kann so eine Umstellung mitunter aber etwas länger dauern“, sagt die Justizministerin. Zudem gebe es aufgrund des steigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung vor allem in Südniedersachsen einen Anstieg von Betreuungssachen an den Amtsgerichten. „Es ist inzwischen ein ganz relevanter Bereich am Amtsgericht“, betont Sell und weist darauf hin, dass unter www.amtsgericht-northeim.de Vordrucke unter anderem für Vorsorgevollmachten bereit stehen. Besonders in diesem und im Bereich von Familiensachen sei das Vertrauen in die Justiz enorm wichtig, unterstreicht Niewisch-Lennartz, die selber über 20 Jahre als Richterin tätig war: „Was wir machen, greift tief ins Leben der Menschen ein, deshalb braucht Justiz die Besten.“ Über Nachwuchssorgen müssen sich die Gerichte trotz der steigenden Altersstruktur aber noch keine Gedanken machen. Die Bewerberzahlen für den mittleren und höheren Dienst gehen zwar zurück, „aber das ist noch nicht dramatisch“, beruhigt die Justizministerin. Das Amtsgericht Northeim war die fünfte Station für Niewisch-Lennartz, die sich im Anschluss auch ein Bild von der Lage im Amtsgericht in Einbeck machte.

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