Schulfinale "Jugend debattiert" im Gymnasium Corvinianum Northeim / Regionalwettbewerb findet am 28. Januar statt

24 Minuten Konzentration

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In der Sekundarstufe II können sich Laurenz Mönnecke (links) und Marie Schröder (3. v. r.) können sich gegen Jannik Jerusel (von rechts) und Julian Lautenschleger durchsetzen. In der Sekundarstufe I gehen Emma-Charlotta Leonhardt und Maximilian Hirr im Schulfinale siegreich hervor.

Northeim – Jedes Jahr messen sich deutschlandweit die besten Schüler beim Wettbewerb "Jugend debattiert". Im Corvinianum Northeim traten jeweils vier Schüler der Sekundarstufe I beziehungsweise II mit Diskussionen um aktuelle Themen im Schulfinale gegeneinander an. 

„Soll privates Silvester-Feuerwerk verboten werden?“, war die Frage, mit der sich die Schüler der Sekundarstufe I beschäftigt haben. In nur 24 Minuten, wovon zwölf für die Einführungsstatements und jeweils noch eine Minute, pro Schüler für den Abschluss genutzt werden, müssen sie deutlich und sachlich ihre Argumente präsentieren, um die Jury zu überzeugen. Dabei konnten sich Maximilian Hirr auf dem ersten Platz, Emma-Charlotta Leonhardt auf dem zweiten mit ihren Pro-Argumenten gegen Tom Heiduck und Moritz Hirr durchsetzen. Sie sprachen sich dafür aus, dass, so wie sonst auch im Jahr, das Verbot von Feuerwerkskörpern der Klasse 2 auch an Silvester gelten solle und dafür von der Stadt oder der entsprechenden Kommune ein großes Profifeuerwerk veranstaltet werden könne. Auch wenn die Contra-Seite an der Umsetzbarkeit und der Einhaltung Zweifel hatten, konnten sich Leonhardt und Maximilian Hirr unter anderem mit ihrer Argumentation, dass Verletzungen so minimiert werden könnten, bei der Jury durchsetzen. 

Bei dem Finale der Sekundarstufe II drehte sich alles um die mögliche Be­endigung der Zeitumstellung in der Europäischen Union. Dass die Begründung zur Einführung der Sommerzeit 1973, die zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Binnenmarktes in den folgenden Jahren von anderen Ländern übernommen wurde, fadenscheinig war, hob Laurenz Mönnecke direkt in seinem Anfangsplädoyer hervor. In Folge der Ölkrise 1973 führte Frankreich damals die Sommerzeit ein, um Energie zu sparen. Die tatsächlichen Energieersparnisse sind jedoch gering und aufgrund neuer Leuchtmittel, die noch weniger Strom benötigen, zu vernachlässigen. Deshalb sei es sinnvoll die Mitteleuropäische Winterzeit nach dem Wechsel im Oktober 2019 dauerhaft beizubehalten. Julian Lautenschleger sah vor allem die Übergänge zwischen EU-Ländern und Staaten, die kein Teil des Länderbundes sind als problematisch für die Handels-, Pendler- und Reise­beziehungen an. Jannik Jerusel führte des Weiteren an, dass die zweimal jährlich stattfindende Zeitumstellung nicht nur einen kurzen Jetlag verursacht, sondern den Körper vier Wochen lang belastet, bis der Biorhythmus sich wieder eingependelt hat. Marie Schröder argumentierte, dass an der vielzitierten EU-Umfrage weniger als ein Prozent der Europäer teilgenommen haben. Sie sei also nicht repräsentativ und könne so kaum als Grundlage für eine Änderung stehen. Außerdem habe sich die Mehrheit dieser Gruppe für die Abschaffung der Winterzeit ausgesprochen, widerspräche in diesem Punkt also auch der Argumentation der Pro-Seite. Mönnecke stellte auch zur Debatte, dass der deutschen Wirtschaft ein Schaden von fast 50 Millarden Euro zufügt würde. Wären die Bürger nicht zwei Monate mit der Anpassung ihres Schlafverhaltens beschäftigt, könnte dies eingespart werden. Schröder konterte mit dem Argument, dass nicht nur wirtschaftliche Aspekte gezählt werden dürfen, sondern auch auf das Wohlbefinden der Menschen geachtet werden müsse. Sie stellte treffend fest, dass beide Seiten sich für die Gesundheit der Bürger einsetze, die Pro-Argumente jedoch für eine ausgeschlafene Be­völkerung, und die der Kontrafraktion für eine längere Ausnutzung des Tageslichts nach Feierabend plädierten. Dank dieser Analyse und ihrer guten Konter in der Debatte konnte sie sich den zweiten Platz sichern, während Mönnecke mit seiner großen Fach- und Studienkenntnis und deren geschicktem Einsatz den ersten Platz erreichte. Die vier Sieger werden am Montag, 28. Januar, im Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen beim Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ antreten, um so das anstehende Regional­finale zu erreichen.

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