Türkisch-islamische Gemeinde zu Northeim möchte sich weiter sozial engagieren

Integration wird gelebt

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In Gesellschaft schmeckt es besser: Beim gemeinsamen Kochen kommen sich Frauen unterschiedlicher Religionen und Herkunft näher.

NORTHEIM (wat) – Die türkisch-islamische Gemeinde zu Northeim macht sich seit ein paar Jahren für Integration stark. Zahlreiche Projekte führen dabei Menschen unterschiedlicher Religionen zusammen und bauen so Vorurteile und Ängste ab.

„Wir möchten uns sozial gerne noch mehr in unserer Stadt engagieren“, betont Müfit Pürtelas vom Gemeindevorstand gegenüber HALLO. Im vergangenen Jahr hatte die türkisch-islamische Gemeinde unter anderem einen Tag der offenen Tür für Schüler, eine Fahrt in die Zentralmoschee und den Dom nach Köln sowie einen Kochtag für Frauen organisiert. „Die Angebote wurden sehr gut angenommen“, freut sich Pürtelas. Beim Tag der offenen Tür habe man viel Interesse an der Gemeinde seitens Schülern und Lehrern gespürt, weshalb die Aktion auch in diesem Jahr stattfinden soll. Während des Kochtages haben Frauen verschiedener Konfessionen türkische Speisen gemeinsam zubereitet. „Wir wollten damit den Kontakt zwischen Frauen aus unserer Gemeinde zu Frauen anderer Gemeinden herstellen“, erklärt Pürtelas die Intention. Deutsch zu sprechen war während des Projektes Pflicht. „Und andererseits haben die anderen Frauen gesehen, wie es in unserer Gemeinde ist“, fügt Pürtelas hinzu. Unterstützung für die Projekte bekam die türkisch-islamische Gemeinde vom Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ des Lokalen Aktionsplans im Landkreis Northeim.

Auch das Gemeindefest soll 2015 wiederholt werden. Im vergangenen Jahr kamen über 1.000 Gäste zu dem Fest. „Das hätten wir nie gedacht“, gesteht der Northeimer. Während des Ramadans möchten die Gemeindemitglieder in diesem Jahr Obdachlose und Hilfsbedürftige einladen und ihnen Essen spendieren. Außerdem beteiligt sich die Gemeinde an der Aktion „Northeim putzt sich“. Weiter soll die Zusammenarbeit mit Polizei, Harz-Weser-Werkstätten und Seniorenwohnheimen intensiviert werden. Ein Fußballturnier für Kinder und Ü40 ist ebenfalls in Planung. „Und wir möchten einen Leitfaden für Asylanten, speziell für syrische Flüchtlinge, erstellen, um ihnen die ersten Schritte in Northeim zu vereinfachen“, ergänzt Pürtelas die vielen Pläne für 2015. Der Leitfaden soll nach Möglichkeit in fünf Sprachen erscheinen. Für die Realisierung der Idee sucht die türkisch-islamische Gemeinde noch Mitstreiter und finanzielle Unterstützung.

Dass Gruppen wie Pegida oder in Northeim Nogida so einen großen Zulauf haben, findet Pürtelas schade. „Die Sorgen dieser Menschen müssen wir aber ernst nehmen und den Dialog suchen, um Vorurteile abzubauen“, zeigt er Verständnis für eventuelle Ängste. Um diese den Menschen zu nehmen, können sich alle Bürger jederzeit an die Gemeinde wenden, um mit den Mitgliedern ins Gespräch zu kommen. In Northeim würden sich die Gemeindemitglieder dennoch sehr wohl fühlen, betont Pürtelas, da das Gros der Bürger der Kreisstadt sehr aufgeschlossen und eine Integration hier recht einfach sei. „Auch dass wir uns in unserer Stadt sozial engagieren, ist für uns selbstverständlich“, sagt Pürtelas, „schließlich sind wir Teil der Stadt und der Gesellschaft.“

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