Informationsveranstaltung zum Mühlenanger

Ideenschmiede gewünscht

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Im Gespräch: Vertreter der Verwaltung, der Stadtwerke und des Rates mit den Bürgern.

Die Zukunft des Mühlenangers hat mit dem Kaufwunsch einer Teilfläche seitens der Stadtwerke Northeim eine Diskussion darum entfacht, ob die Bürger den Platz perspektivisch als große freie Fläche erhalten möchten, ober ob es vorstellbar wäre, ein Drittel für die Erweiterung der SWN abzutrennen.

Vorgesehen war ursprünglich in der kommenden Ratssitzung einen Verkauf des Teilstücks zu beschließen, aber dagegen regte sich unter Federführung von Alexander Hartmann vor allem in den sozialen Medien großer Widerstand (HALLO berichtete) und bewirkte bei Rat und Verwaltung zunächst einen vorübergehenden Stopp der Verkaufsgespräche. Am Mittwoch hatte nun Bürgermeister Simon Hartmann zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Knapp 60 Bürger waren dazu in die Northeimer Stadthalle gekommen. Citymanager Alexander Rudnick moderierte den Abend, an dem auch Dirk Schaper, Geschäftsführer der Stadtwerke, die Gelegenheit bekam, seine Sicht der Dinge und die hinter dem geplanten Erweiterungsbau stehenden Notwendigkeiten zu erläutern. Der jetzige Standort sei zu eng, für die rund 70 Mitarbeiter, zudem sei aufgrund der gestiegenen Ansprüche an Datenschutz mehr Platz erforderlich. Eine von den Bürgern im Publikum vorgeschlagene Aufsplittung der SWN an mehrere Standorte, lehnt er ab, da die Lösung bei der Größe der SWN unwirtschaftlich sei. „Das kostet dann den Bürger richtig Geld, jeden Tag“, betont er. Er erklärte auch, dass die zunächst genannte Fläche gegebenenfalls nach genaueren Planungen noch reduziert werden könne, auch wenn beispielsweise die rund 40 Jahre alten Bäume auf dem Grundstück versetzt werden könnten. Auch Alexander Hartmann nutzte das Forum, um nochmals seine Vorschläge zu unterbreiten. Er wünscht, dass die Bürger über ihren Platz entscheiden können, sieht die Veranstaltung nur als Auftakt zur weiteren Diskussion und regt einen Ideenwettbewerb für Bürger an, die dann ihre Vorstellungen einbringen sollen. Damit fand er großen Beifall im Publikum. Auf dem Podium waren auch Ratsvertreter aller Fraktionen, die ihren Standpunkt erläuterten. Mehrheitlich (bis auf AfD und Linke, die gegen einen Verkauf eines Teilstücks sind) sprachen sie sich dafür aus, dass die SWN eine Option zur Erweiterung am Mühlenanger bekommen sollten. Überlegt werden müsse nur, in welcher Form und in welchem Ausmaß. Alle dankten aber Hartmann für das visualisieren der Größe der zunächst geplanten Verkaufsfläche, in dem er diese mit Genehmigung der Stadt abgesteckt hatte. Bürgermeister Simon Hartmann führte an, dass es pro Jahr höchstens zwei Großveranstaltungen auf dem Mühlenanger geben würde, da sei schon zu überlegen, ob dafür nicht eine kleinere Fläche ausreichend wäre. Im Internet hatte die Stadt vorab ein Online-Forum geschaffen, um Meinungen der Bürger einzuholen, daran hatten sich aber nur elf beteiligt. Auch während des Informationsabends gab es keine konkreten Vorschläge aus dem Publikum, wie der Mühlenanger zukünftig genutzt werden könne. Einzig der Wunsch nach wieder mehr Veranstaltungen wurde genannt, dem der Bürgermeister entgegenhielt, dass dann aber zunächst eine bessere Infrastruktur geschaffen werden müsse, da potenzielle Veranstalter diese voraussetzen. Rudnick empfahl, im ersten Quartal 2020 sich mit den Bürgern zu einer Ideenschmiede zutreffen. (rgy)

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