Heute kommt der Nikolaus

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Mit Puppen und selbstgebastelten Booten werden die Geschichten um Nikolaus von Myra spielerisch erzählt: Immer wieder beweist der Heilige seine Großzügigkeit.

NORTHEIM (sth) Während der gesamten Adventszeit ist einiges los im St. Sixti Kindergarten Hagenstraße. Jeden Tag wird ein Beutel mit Nüssen gefüllt, von denen eine oder zwei goldfarben sind. Wer diese zieht, darf sich einen Weihnachtswichtel vom Adventskalender für zuhause mitnehmen. Für den heutigen Nikolaustag ist zusätzlich ein ganz besonderes Programm geplant.

Mit den verschiedenen Geschichten über Nikolaus von Myra kennen sich die Kinder der Igelgruppe schon ziemlich gut aus. In der Zeit um 300 nach Christus war der heilige St. Nikolaus Bischof von Myra und hat, der Legende nach, verschiedene Wunder vollbracht. In einer der bekanntesten Geschichten beweist er seine Großzügigkeit, indem er einer armen Familie hilft, die ihre drei Töchter nicht verheiraten kann. Er schenkt jeder von ihnen eine Kugel aus Gold, von der die Mitgift bezahlt werden kann. Die drei goldenen Kugeln sind bis heute neben seinem Stab, der Bischofsmütze und dem Mantel eines seiner Erkennungsmerkmale. Tief beeindruckt sind die Kinder jedoch von einer anderen Geschichte, weil Piraten darin vorkommen. Selbstgebastelte Boote werden auf das ausgebreitete blaue Tuch gesetzt. Zwei sind mit Säcken beladen, eins hat eine Totenkopfflagge am Mast. Die Piraten blockieren den Hafen von Myra und verlangen ein Lösegeld, um den Weg wieder frei zu machen, damit die Stadt keinen Hunger mehr leiden muss. Da die Stadt aber nicht genug Gold hat sollen die Kinder als Geiseln genommen werden. Um dies zu verhindern, opfert der Bischof den gesamten Kirchenschatz damit die Seeräuber abziehen. Um sich auf den heutigen Gedenktag vorzubereiten, waren die Kinder fleißig, haben Lieder gelernt und hören jeden Tag eine neue Geschichte über den ehemaligen Bischof von Myra. „Für uns als evangelischen Kindergarten ist es wichtig, auch christliche Werte und Erzählungen an die Kinder zu vermitteln“, erklärt Erzieherin Erika Zych. Im Vorfeld haben viele der Kinder schon große und kleine Socken vorbereitet, die heute vom Nikolaus mit Nüssen, Mandarinen und Süßigkeiten gefüllt wurden. „Eine große Socke heißt aber nicht, dass mehr drin steckt“, kann Zych alle Menschen mit kleinen Füßen beruhigen. Besonderes auf die neue Geschichte, die heute erzählt wird, freut sich die Igelgruppe. Bei den Kindern zuhause wird der Nikolaustag ganz unterschiedlich begangen. Während bei den meisten fleißig Schuhe und Stiefel geputzt werden, stellen manche einen sauberen Teller vor die Tür, auf dem Geschenke abgestellt werden können. Auch hier sind es oft Süßigkeiten, Obst und Nüsse, die vom Nikolaus gebracht werden, auch wenn mancher auf ein kleines Legospielzeug oder ein Prinzessinnenschloss hofft.

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