HIV-Therapie schützt vor Übertragung

Taddys zum Welt-Aids-Tag

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Eine Kiste Taddys (von links): Dennis Rössig und Simone Kamin von der Göttinger Aids-Hilfe stellen im Northeimer Rathaus Alexander Bruhn, stellvertretender Abteilungsleiter Kultur, Bildung und Sport, Bürgermeister Simon Hartmann und Gleichstellungsbeauftragte Lisa Sophie Recke die Arbeit vor.

Anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember suchen wieder rund 1.200 Aids-Teddys, genannt Taddys, ein Zuhause. Die Kuscheltiere sind Botschafter für ein selbstverständliches Zusammenleben mit HIV-positiven Menschen. In Northeim findet die Bärenaktion bereits zum 21. Mal statt.

Simone Kamin vom Geschäftsführerteam der Göttinger AIDS-Hilfe eröffnete am Mittwoch die Bärenaktion mit Bürgermeister Simon Hartmann. Im Rahmen eines Gesprächs informierte sie über die Angebote der Beratungsstelle: „Wir sind zu allen Fragen rund um HIV/Aids, sexuelle Gesundheit und Selbstbestimmung persönlich und telefonisch erreichbar.“ Insbesondere der HIV-Selbsttest, der in der Beratungsstelle vorgenommen werden kann, würde sehr gut angenommen. „Eigentlich kommt fast täglich jemand dafür vorbei, dabei kann dann auch die Beratung genutzt werden“, erklärt Kamin. Positiv sei auch die medizinische Entwicklung zu sehen. Eine HIV-Infektion ist zwar nicht heilbar, aber mit heutigen Medikamenten gut behandelbar. „Eine frühzeitig begonnene HIV-Therapie ermöglicht ein gutes und langes Leben, denn die Therapie verhindert die Vermehrung der HI-Viren im Körper und stabilisiert das Immunsystem. Aids wird so dauerhaft verhindert. Und HIV ist unter Therapie nicht übertragbar“, erklärt sie. Zwei Tabletten am Tag reichen bei den meisten Menschen zur Behandlung aus. Ein niedrigschwelliges Angebot für einen Schnelltest würde sich die Aids-Hilfe perspektivisch auch in Northeim wünschen. Positiv zu werten seien auch die rückläufigen Zahlen der Neuinfizierten. In Deutschland steckten sich 2018 etwa 2.400 Menschen neu mit HIV an, das sind rund 100 weniger als im Vorjahr. Damit geht die Zahl seit 2015 zurück. Grund hierfür sei, dass die Infektionen früher diagnostiziert und behandelt würden. Was man vor zehn Jahren noch gehofft habe, sei jetzt Realität geworden, dass HIV erfolgreich behandelt werden könne. Kamin betont: „Menschen mit HIV können heute leben wie alle anderen Menschen auch. Sie können ihre Freizeit gestalten wie andere auch, Partnerschaft und Sexualität genießen und HIV-negative Kinder bekommen.“ Dennoch müssten die Menschen mit HIV leider immer noch mit Zurückweisung und Ausgrenzung rechnen. Unwissen und unbegründete Ängste vor Ansteckung seien längst noch nicht überall ausgeräumt. Deshalb wünsche sie sich auch, dass noch mehr Informationsarbeit, zum Beispiel an Schulen, betrieben würde. Die Aids-Hilfe unterstützt die Schulen gern bei entsprechenden Projekten. Mit Freude vernahm Kamin, dass nun im städtischen Haushalt Northeim eine jährliche Finanzspritze von 1.000 Euro für die Aids-Hilfe vorgesehen sei. Auch der Verkauf der Taddys fließt in das Engagement der Aids-Hilfe. Damit wird das notwendige Spendenaufkommen verbessert. Aber die Taddys dienen auch dazu, die Einrichtung und die Angebote der Beratungsstelle in der Bevölkerung bekannter zu machen. Hartmann nutzte gleich die Gelegenheit und erwarb einen Taddy. (rgy)

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