Umbenennung der Straße: Fachausschuss soll beraten

Hindenburg oder Scholl?

Hindenburgstraße Northeim Straßenschild
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Wird aus der Hindenburgstraße die Sophie-Scholl-Straße? Der Antrag der Grünen und der SPD stößt auf unterschiedliche Meinungen und soll vor einer Beschlussfassung noch einmal intensiv beraten werden.

Northeim – Einen Ausflug in die deutsche Geschichte unternahmen während der jüngsten Sitzung des Northeimer Stadtrats die beiden ehemaligen Geschichtslehrer Hans Harer (Grüne) und Hartmut Schmidt (AfD) mit ihren Ratskollegen. Grund war der Antrag der Grünen, anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl am 8. Mai 2021 die Northeimer Hindenburgstraße nach der Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus zu benennen. 

Während Schmidt Paul von Hindenburg als Person in den Fokus rückte und positive Seiten hervorhob, bezeichnete Harer die Benennung der Hindenburgstraße als „Altlast, die seit dem Frühjahr 1945 schwebt“.

Hans-Wolfgang Lehr nutzte als Anwohner die Einwohnerfragestunde, seinem Unmut über den Vorschlag der Umbenennung Ausdruck zu verleihen, immerhin seien damit auch Aufwand und Kosten für die Anlieger verbunden. „Arbeitet die Geschichte auf und verdrängt sie nicht. Wer kommt für die Kosten auf?“, fragte er. Maik Schmitz (AfD) merkte an, dass Hindenburg „sicherlich nicht unumstritten“, doch vielleicht eine Erklärungstafel im Bereich der Straße eine Lösung sei. Eine Sophie-Scholl-Straße sehe er ebenfalls als Bereicherung für Northeim, könne sich eine solche aber vielleicht in einem der neuen Wohngebiete vorstellen.

Heiner Hegeler (CDU) beantragte die Verweisung des Themas in den Ausschuss für Schule, Bildung und Kultur – dem wurde auch mit nur einer Enthaltung stattgegeben – und sagte: „Das kann nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden, sondern muss vollständig erstattet werden. Das wäre in meinen Augen Voraussetzung dafür.“

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