Familientreff Hærztor möchte Menschen noch näher zusammenbringen

Ein Quartier mit Chancen

+
Laden zu mehr Miteinander unter Nachbarn ein (von links): Elke Witt, Dr. Jutta List-Ivankovic und Dr. Hansjörg Gutberger vom Familientreff Hærztor möchten das Leben im Quartier Harztor noch lebenswerter machen.

Northeim – „Familien im Zentrum – Gemeinschaft stärken im Harztor“ heißt das Projekt, das der Familientreff Hærztor an der Breiten Straße in Northeim aktuell durchführt. 

„Wir möchten damit Nachbarschaften stärken und Menschen im Quartier zusammenbringen“, fasst Dr. Jutta List-Ivankovic das Ziel grob zusammen. Seit einem halben Jahr läuft das auf 18 Monate angelegte und vom Förderprogramm „Gemeinwesen und Quartiersmanagement“ des Landes Niedersachsen geförderte Projekt. „Es gibt schon viel Gutes, aber einige Potenziale liegen noch brach“, sagt List-Ivankovic. Auffällig sei vor allem, dass die Menschen im Quartier wenig Kontakt untereinander hätten und sich zum Teil einsam fühlten. Es sei eher ein Nebeneinander statt ein Miteinander, bedauert sie. Das Projektteam, zu dem neben List-Ivankovic auch Elke Witt vom Kinderschutzbund und Dr. Hansjörg Gutberger gehören, verstehe sich als Vermittlungsstelle. „Wir setzen darauf, dass die Bewohner selbst aktiv werden“, sagt Gutberger. Das Projektteam bietet bisher aber auch Veranstaltungen an, geht auf die rund 900 im Quartier lebenden Menschen zu und fragt sie nach ihren Wünschen und Vorstellungen eines guten Zusammen­lebens. „Wer Ideen oder Anregungen hat, kann uns jederzeit ansprechen“, lädt List-Ivankovic ein. In der ehemaligen Harztor-Apotheke hat der Familientreff seit einiger Zeit sein Domizil. Dort finden auch die Veranstaltungen, wie das Familienfrühstück oder jeden dritten Mittwoch im Monat der Spieleabend, statt. Neu sind die „Quartiersgeschichten“, bei denen interessierte Bürger jeden Alters Geschichten aus dem Quartier, das rund um die ehemalige Harztor-Apotheke bis zu den Wallanlagen und im westlichen Teil bis zur Mühlenstraße, Wieterstraße und zum Markt reicht, erzählen können. „Wir versuchen derzeit, dazu auch Stadtführer zu gewinnen“, berichtet Gutberger, der die soziokulturelle Einzigartigkeit des Quartiers hervorhebt. „Es gibt hier so viele soziokulturelle Einrichtungen wie nirgends sonst in Northeim.“ Diese reichen von der AWO und dem Kinderschutzbund über den Tagestreff Oase, die Sixti-Gemeinde, dem Verein Deutsch für Alle und dem ADFC bis zum Kino, dem Jugendgästehaus, dem Kinder- und Jugendkulturzentrum und dem Theater der Nacht. „Das könnte man alles noch stärker vernetzen“, glaubt Gutberger, der hofft, mit den Angeboten eine Initialzündung für die Menschen im Quartier zu geben. Dass dies vor allem in Northeim nicht immer leicht ist, weiß auch Witt. „Es ist wichtig, die Menschen mitzunehmen, aber in Northeim braucht man einen langen Atem.“ Dennoch seien alle von dem Projekt überzeugt und hoffen auf rege Teilnahme bei den Angeboten. Die „Quartiersgeschichten“ finden am 26. Februar von 15 bis 16.30 Uhr im Familientreff Hærztor statt. (wat)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare