Wettbewerb soll Schmuckstück entstehen lassen

Ein Herz für den Münster

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Momentan etwas trostlos: Über die Gestaltung des Northeimer Münsterplatzes soll in Form eines Wettbewerbs entschieden werden.

In ihrer gemeinsamen Sitzung haben sich der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt sowie der Sanierungsausschuss für die Annahme der Ergebnisse der Struktur- und Potenzialanalyse für die Northeimer Innenstadt und einen städtebaulichen Wettbewerb zur Gestaltung des Münsterplatzes ausgesprochen. 

Zur Gestaltung des Münsterplatzes wurde von der Verwaltung ein städtebaulicher Wettbewerb, wie bei der Schuhwallhalle, vorgeschlagen. Eckhard Ilsemann (FDP) sah dies als keinen guten Weg, da in der Stadt gute Ingenieure vorhanden seien und sich externe Kräfte daran eine goldene Nase verdienen würden. Armin Töpperwien (FUL) kritisierte den Einwand Ilsemanns. Dieser spräche sonst nicht so lobend über die Mitarbeiter des Bauamts. „Der Wettbewerb bringt sicher Vor- und Nachteile, aber die Gruppe FUL/Linke begrüßt ihn“, erklärte er. Auch die anderen Parteien sprachen sich für den Wettbewerb aus. Hans Harer (Grüne), der dem Wettbewerb zunächst skeptisch begegnete, wurde mit der Klarstellung des Projektleiters von DSK, Ulf-Bernhard Streit, überzeugt. Bei dem Wettbewerb handele es sich um eine völlig normale Maßnahme für derartige Projekte in Städten der Größe Northeims. Auch die Kosten seien am normalen Marktwert berechnet. „Damit verdient sich niemand eine goldene Nase“, stellte er klar. Ein Vorschlag der FDP, von der Verwaltung binnen zwei Monaten fünf Gestaltungsvorschläge zu entwickeln, wurde mehrheitlich von den Ausschüssen abgelehnt. Mit jeweils einer Gegenstimme der FDP beschlossen beide Ausschüsse die Durchführung des städtebaulichen Wettbewerbs zur Gestaltung des Münsterplatzes. 

Potenzialanalyse

Die von der Standort­gemeinschaft in Auftrag gegebene Potenzialanalyse für die Northeimer Innenstadt, die Mitte März offiziell vorgestellt wurde (HALLO berichtete), beschäftigte auch die beiden Ausschüsse. Obwohl viele der darin enthaltenen Informationen Rat und Verwaltung an sich schon bekannt seien, sei sie dringend notwendig gewesen. „Es sollen niemandem Handschellen angelegt werden, aber für eine verlässliche Planung ist das Konzept notwendig“, erläuterte Christian Gebehenne, Projektleiter der Stadtsanierung. Auch Ulf Ohlmer von der Standortgemeinschaft sprach sich für die Ergebnisse der Analyse aus. Mit dieser seien die Probleme der Innenstadt erfasst und dokumentiert sowie mit passenden Vorschlägen, um sie zu beheben, versehen. „Wir wollen aktiv dem Veränderungsprozess begegnen“, erklärte er weiter. Deshalb hätten auch viele Mitglieder der Standortgemeinschaft in die eigene Tasche gegriffen, um die Untersuchung voranzubringen. Während die meisten Ausschussmitglieder ihre Zustimmung signalisierten, zeigte sich Ilsemann skeptisch. Die vorgeschlagene Quartiersbildung schrecke Investoren unnötig ab. Wer eine gute Immobilie für sein Geschäft fände und dann erfahre, dass sein Betrieb an diesem Standort nicht erwünscht sei, würde dann nicht das Quartier wechseln, sondern in einer anderen Stadt suchen. Auch Helga Jäger (CDU) zeigte sich im geringeren Maße skeptisch und schlug vor, die Analyse grundlegend, mit ihrem Entwicklungsleitbild und Zielen anzunehmen, die daraus folgenden Maßnahmen aber nicht zu fest zu schreiben. Gebehenne erläuterte jedoch, dass bei den Quartierskonzepten auch Ausnahmen möglich seien. Bürgermeister Simon Hartmann verteidigte die Potenzialanalyse. Es sei wichtig, Frequenz in die Stadt zu bringen, Angebote zu bündeln und konzentriert anzubieten. Dies müsse jedoch funktionieren und gleichzeitig wirtschaftlich sein. Die Vorschläge sollten von Investoren als Einladung verstanden werden: „Das ist unsere Idee für die Innenstadt und Sie sind eingeladen mitzumachen“, verdeutlichte er den Aufruf. Ratsfrau Hildegard Pavel begrüßte die Fortschritte, die mit der Analyse für die Innenstadt gemacht worden seien. Sie schaffe Klarheit und Wahrheit für die derzeitigen und zukünftigen Bewohner der Stadt, da ein Bild der Stadt in zehn Jahren gezeichnet werde. Gleichzeitig regte sie an, die Wohlfühlatmosphäre in der Stadt mit mehr Grünflächen zu erhöhen. Sowohl der Sanierungsausschuss als auch der PBU-Ausschuss sprachen sich jeweils mit einer Gegenstimme der FDP für die Potenzialanalyse aus.

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