Präventionsteam der PI Northeim klärt über Diebstähle auf Parkplätzen auf

Gelegenheit macht Diebe

Polizei klärt über Diebstähle auf Parkplätzen auf
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Wie schützt man sich vor Diebstählen? Thomas Sindram (links) und Matthias Heise klären vor Ort auf.

Northeim – Nur schnell den Einkaufswagen wegbringen und schon ist es passiert: Da das Auto nicht verschlossen war, ist die Handtasche vom Beifahrersitz verschwunden. So oder so ähnlich passieren auch in Northeim viele Diebstähle vor allem auf großen Supermarktparkplätzen. Um die Menschen dafür zu sensibilisieren und ihnen Tipps zur Vermeidung eines Diebstahls zu geben, war vor Kurzem das Präventionsteam der Polizeiinspektion Northeim auf den großen Supermarktparkplätzen unterwegs. 

Dabei sprachen die Polizeibeamte insbesondere die Menschen an, bei denen Langfinger einfaches Spiel gehabt hätten. So lag beispielsweise das Portemonnaie einer Frau noch im Einkaufswagen, während sie ihre Einkäufe im Auto verstaute. In einem anderen Fall lag eine Tasche sichtbar auf dem Beifahrersitz, die Autotür offen, die Besitzer am Kofferraum beschäftigt. „Das ist ein gefundenes Fressen für Diebe“, weiß Kontaktbeamter Matthias Heise. Dabei gehen die Diebe nicht nur immer dreister, sondern auch immer gerissener vor. Häufig arbeiten sie zu zweit oder im Team. „Einer fragt das Opfer zum Beispiel, ob die Bettwäsche aus Baumwolle sei oder was auf dem Bon steht, der zweite nutzt den Moment der Ablenkung, um das Portemonnaie aus der Tasche zu klauen“, erklärt Simone Köhler, Verkehrssicherheitsbeauftragte, die Vorgehensweise. 

Gelegenheit macht Diebe.

Kontaktbeamter Matthias Heise

Die Täter würden sich vor allem unvorsichtige Opfer ausgucken, berichtet Heise. „Sie beobachten die späteren Opfer schon, wenn diese aus dem Auto aussteigen, und schauen, wohin sie ihr Portemonnaie stecken“, weiß Thomas Sindram, Beauftragter für Jugendsachen. Und sie sind häufig an Orten anzutreffen, die nicht videoüberwacht sind, ergänzt Dirk Schubert, Beauftragter für Kriminalprävention. Da die Täter aufgrund ihrer Vorgehensweise meist unerkannt bleiben, ist auch die Aufklärungsrate niedrig. „Die sind so schnell weg, dass wir kaum eine Chance haben, sie zu finden“, bedauert Köhler und appelliert an die Menschen, ihre Wertsachen während des Einkaufs auch nicht nur kurz ins Regal zu legen. 
Bei den Bürgern kam die Aktion gut an, viele waren dankbar über die Tipps vom Präventionsteam. Nicht selten erzählten sie auch von ihren eigenen Erfahrungen mit Diebstählen. Und selbst die Polizei ist davor nicht gefeit. So wäre Schubert einmal beinahe selbst zum Opfer geworden. „Ich habe einen Schubser bekommen, und den Moment der Ablenkung hat jemand genutzt, um mir meine Hosentasche aufzuschlitzen, in der sich mein Portemonnaie befand.“ Da der Polizeihauptkommissar dies aber sehr schnell bemerkte, konnte glücklicherweise nichts gestohlen werden.

Tipps der Polizei

» Wertsachen immer nahe am Körper tragen und nicht sichtbar im Einkaufswagen oder in einer offenen Handtasche. Auch keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen lassen.
» Fahrzeug immer verschließen, auch wenn die Einkäufe im Kofferraum verstaut werden oder nur schnell der Einkaufswagen weggebracht wird.
» Handtaschen oder Rucksäcke immer verschließen.
» Nicht von Fremden ablenken lassen, im Supermarkt an das Personal verweisen.
» PIN von der EC-Karte nie auf der Karte selbst oder im Portemonnaie aufbewahren.

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