Grundschüler lernen, was Mobbing bedeutet

Streitkultur im Comic

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Die Kinder der Klassen 3a und 3b der Schule im Kirchtal setzen sich im Northeimer Medienzentrum mit Mobbing und Streitkultur auseinander.

Northeim – Wann wird ein Streit zu Mobbing? Drittklässler der Langenholtenser Schule im Kirchtal haben sich bei einem Besuch des Northeimer Medienzentrums kreativ mit dieser Frage auseinandergesetzt.

„Streiten ist ganz normal, das gehört zum Leben dazu“, erklärt Frank Sommer von der Agentur Eventilator den Drittklässlern der Schule im Kirchtal, der den Kindern den wichtigen Unterschied zwischen Ausgrenzungen und Meinungsverschiedenheiten erklärt. Bei einem Streit geht es häufig um eine Sache oder eine Meinung – zum Beispiel darum, welches der Geschwister mit einem neuen Spielzeug zuerst spielen darf. Das kann auch gemein und verletzend werden, sei deshalb aber noch nicht automatisch Mobbing. Um die Unterschiede zu verdeutlichen präsentiert Sommer mehrere Beispiele aus bekannten, kindgerechten Comics wie Gregs Tagebuch und Max Crumbly. Während der erste einen normalen Streit unter Geschwistern zeigt, steckt Max seine Füße in die Popcornschüssel seiner Schwester, um sie Anzuekeln und sich so die Leckerei schnappen zu können. „Hier geht es nicht mehr nur um das Popcorn, sondern noch um viel mehr“, betont Sommer. In diesem Fall wurde eine Grenze überschritten, die in einem weiteren Beispiel noch deutlicher wird: Einem Mädchen wird von ihrem Cousin Apfelsaft auf die Hose geschüttet. Er behauptet dann, sie habe sich eingepinkelt. „Damit wollte er sie bloßstellen und demütigen“, erklärt Sommer den Kindern. Beim Mobbing gehe es nicht mehr um die Sache, sondern darum zu zeigen, dass man jemanden nicht mag. Wer solchem Verhalten ständig ausgesetzt ist, leidet nicht nur kurzzeitig darunter, sondern möglicherweise sein Leben lang. „Es gibt Menschen, die in ihrer Wut Schultoilette zerstören, andere fangen an, sich selbst zu verletzen oder bringen sich sogar um“, macht Sommer die drastischen Folgen von Mobbing deutlich. Deshalb sei es wichtig, einzuschreiten, wenn man Mobbing miterlebt und sich zu wehren, wenn man selbst zum Opfer wird. Wie das aussehen könnte, probierten die Schüler direkt selbst aus: Sommer teilt Comic Seiten aus. Die Bilder zeigen Szenen, die einen Streit oder Mobbing darstellen können. Die Sprechblasen sind jedoch noch leer. Hier müssen die Kinder selbst tätig werden und sich überlegen, was die Personen zueinander sagen könnten, wie sie ihren Streit beilegen oder das Mobbing beendet werden könnte. „So ein Termin im Medienzentrum passt gut in unser Lesekonzept“, erklärt Schul­leiter Thomas Bader. Um­geben von Büchern und CDs, werden vielleicht auch noch einige Schüler angeregt, sich einen Benutzerausweis für das Medienzentrum zu besorgen. Viele hätten zwar schon einen, aber hier gebe es noch Luft nach oben. Auch die Auseinandersetzung mit Ausgrenzungen sei für die Schüler wichtig. „Mobbing ist immer ein aktuelles Thema“, betont Bader. (sth)

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