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Es wird „northeimelig“

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Von: Janina Watermann

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Akteure Stadtmarketing Neuausrichtung
Blicken positiv in die Zukunft der Stadt (von links): Doris Ohlmer, Axel Francke (stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketings), Helvi Ritter (Geschäftsführerin Northeim Touristik), Hermann Jürgens (zweiter Vorsitzender Northeim Touristik), Simon Hartmann, Tanja Bittner und Beat Jürgens (stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketings). © Janina Watermann

Northeim – „Es ging um mehr als nur die Neuausrichtung des Stadtmarketings, es ging um die Zukunft der Stadt und ihr Marketing allgemein“, betonte Uwe Mantik vom Kommunalberatungsunternehmen cima, das gemeinsam mit der Stadt Northeim, dem Stadtmarketing und der Northeim Touristik mehr als ein Jahr evaluierte, wie sich Northeim besser vermarkten kann. Das Ergebnis: Die beiden Vereine Stadtmarketing und Northeim Touristik sollen zu einer GmbH zusammengeführt werden, die zu 100 Prozent städtisch ist.

Zudem soll es vier Geschäftsbereiche geben: Standortmarketing (zuständig für Image des Standorts und Fachkräftegewinnung), Citymanagement, Citymarketing und Events (zuständig für Belebung der Innenstadt , Citymanagement und Leerstandsmanagement), Tourismus (zuständig für Angebotskonzeption, Marketingmaterialien und Betrieb der Tourist-Information) und Flächenmanagement (Vermietung und Bewirtschaftung Stadthalle, Waldbühne, Freizeitsee und weitere öffent­liche Einrichtungen sowie technischer Veranstaltungssupport). 16 Mitarbeiter sollen so das Image der Stadt aufpolieren, fünf Stellen werden dabei neu geschaffen.

Mantik warnte jedoch vor zu viel Euphorie: „Die Innenstadt wird nicht mehr so sein wie vor 25 Jahren, und Northeim wird kein zweites Göttingen werden, das ist auch nicht das Ziel.“ Vielmehr gehe es darum, die Stärken der Kleinstadt herauszuarbeiten und mit ihnen zu werben, zum Beispiel mit dem Slogan „Echt northeimelig“. Denn, so hat eine Umfrage der cima ergeben, eigentlich sind die Northeimer gar nicht so unzufrieden mit ihrer Stadt und betonten häufig das Gefühl, es hier heimelig zu haben. Ergebnisse würden aber nicht von jetzt auf gleich sichtbar, ruft Mantik die Bürger dazu auf, der Stadt die notwendige Zeit zu geben, etwas zu bewirken.

Dennoch müsse viel getan werden, um Neubürger oder neue Firmen für die Kreisstadt zu gewinnen, ist allen Beteiligten klar. Nur mehr Einzelhandel in der Innenstadt sie keine Lösung und zudem nicht realisierbar, ist auch Doris Ohlmer, Vorsitzende des Stadtmarketings, realistisch: „Im Einzelhandel gibt es keine Zuwächse mehr in der Innenstadt, das ist aber ein deutschlandweiter Trend.“ Stattdessen soll es eine Mischform aus Einkauf, Kultur und Freizeit geben. Gegen die Leerstände müsse aber dennoch etwas getan werden, ergänzt Tanja Bittner, Geschäftsführerin der Stadtmarketings, und nennt eine Zwischennutzung als eine Idee, die noch konkretisiert werden muss.

Die ersten Schritte zur Belebung der Innenstadt sind getan. Im Rahmen des Sofortprogramms „Perspektive Innenstadt“ finden beispielsweise Kurzauftritte während des Wochenmarkts von verschiedenen Künstlern statt. „Die Rückmeldungen dazu sind durchweg positiv“, freut sich Bürgermeister Simon Hartmann, dass nun einige Menschen länger in der Innenstadt verweilen oder sogar extra deswegen kommen.

Da die Stadt von zusätz­lichen Kosten für die neue GmbH in Höhe von mehr als 200.000 Euro pro Jahr ausgeht, ist sie auf Sponsoren, vor allem aus der Wirtschaft, angewiesen. Für diese soll es Marketing-Gesamtpakete geben; die Kosten richten sich je nach Umfang der Werbung.

Ob es eine Überführung in eine GmbH gibt, entscheidet der Rat am 7. Juli. Laut Hartmann sei die Resonanz bisher aber tendenziell positiv.

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