Schüler informieren sich über Baugeschichte

Fachwerk im Blick

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Geräumig und modern: Stadtführer Horst Junge (links) zeigt den Schülern der Erich-Kästner-Schule und ihrem Schulleiter Joachim Brinkmann (rechts) sein eigenes, renoviertes Fachwerkhaus.

Northeim – Mit der Teilnahme am Schulprojekt „Fachwerk allumfassend“ haben sich Schüler der Erich-Kästner-Schule Northeim mit Holzbau, Konstruktion, der nötigen Technik und der Baukulturgeschichte aus­einandergesetzt. Bestandteil der Projektwoche war auch eine Fachwerkführung mit Stadtführer Horst Junge.

Nachdem an den ersten Tagen der Projektwoche neben viel Theorie, einem Besuch an den Pfostenhäusern auf dem Gelände des Autohauses Hermann mit Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne und der Besuch eines Zimmerers auf dem Programm standen, zeigte Junge den Achtklässlern am Beispiel der eigenen Stadt, was für eine Vielfalt sich hinter dem Begriff Fachwerk verbirgt. Junge führte die Schüler an der Breiten Straße entlang, machte an verschiedenen Gebäuden halt und erklärte ihre Besonderheiten. Sein besonderes Highlight ist eines der Fachwerkhäuser der Häuserstraße, in dem er selbst seit circa einem halben Jahr wohnt. „Über 90 Tonnen Schutt habe ich da heraus­geholt“, berichtet er stolz und führt seine Besucher in die unerwartet offen gestaltete Wohnung. Die ehemaligen Fächer sind geleert und so stehen nur noch die Balken als stützen im Raum. Die einzelnen Zimmer sind zu einem großen Raum geworden. „Das würde mir auch gefallen“, bewertet Lehrerin Helga Hojnatzki die Umgestaltung anerkennend. Ganz im Gegensatz dazu stehen die zwei momentan ungenutzten Gebäude am Schauspenstiel, die auch bei der Führung besichtigt werden. „Hier sieht es so aus, wie es in meinem Haus aussah, bevor ich angefangen habe zu arbeiten“, erklärt Junge die tiefen Decken und die im Vergleich zu seiner Wohnung kleinen Zimmer. Während der Führung machen sich die Schüler immer wieder Fotos von den Fachwerkhäusern und stellen interessiert Fragen. Denn unter anderem steht auf ihrem Programm der Projektwoche nämlich auch der Bau von Fachwerkhäuschen aus Bausätzen – und da soll einschließlich der Farben natürlich alles stimmen. „Northeim ist nach Duderstadt die zweite Stadt in der das vom Landesamt für Denkmalpflege entwickelte Programm für außerschulische Lernorte „Fachwerk allumfassend“ umgesetzt wird. In diesem Frühjahr folgen noch Einbeck und Hann. Münden und im Herbst Osterode am Harz“, erklärt Juliane Hofmann, Projektleiterin des Fachwerkfünfecks. (sth)

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