DLRG warnt vor Betreten des Kiessees / Eisrettungsübung durchgeführt

Achtung, Lebensgefahr!

Eisrettung DLRG Opfer am Ufer
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Das Opfer ist auf dem Spineboard sicher ans Ufer gekommen und kann dort an den Rettungsdienst übergeben werden.

Northeim – Bei -16 Grad Außen- und zwei Grad Wassertemperatur probten am Sonnabend zehn Mitlgieder der DLRG Northeim den Ernstfall auf dem Kiessee. Das Szenario: Eine Person ist auf dem Eis im Kiessee rund 50 Meter vom Ufer entfernt eingebrochen. Sie kann den Kopf über Wasser halten, kommt aber aus eigener Kraft nicht aus dem Wasser heraus.

Die DLRG probt den Ernstfall: Mit einem Spineboard soll ein Mensch aus dem eiskalten Wasser gerettet werden.

„Die Eisrettungsübung führen wir zum ersten Mal bei so einer Eisdicke aus“, berichtet Ortsgruppenvorsitzender Sven Guse, „wenn der Kiessee früher mal zugefroren war, sind wir meistens schon nach ein paar Schritten eingebrochen.“ Jetzt allerdings scheint das Eis zu tragen – eine trügerische Annahme, wie Guse betont: „Wir sind alle mit einem Seil gesichert, tragen spezielle Anzüge und versuchen, so wenig wie möglich aufrecht auf dem Eis zu gehen.“ Denn auch wenn es die vergangenen Tage Dauerfrost gab und der Kiessee eine dicke Eisschicht hat, ist das Betreten strengstens untersagt. Darauf hat die Stadt Northeim bereits vor einigen Tagen hingewiesen.  Inzwischen wurden einige Stellen am Kiessee mit Flatterband abgesperrt. Doch davon ließen sich am Wochenende zahlreiche Menschen nicht aufhalten. Am Sonnabend gegen 15.45 Uhr wurde der Polizei Northeim gemeldet, dass sich mehrere Personen auf der Eisfläche des Kiessee aufhalten. Vor Ort konnten sechs Personen angetroffen werden. „Diese hatten zum Teil auch selbst schon bemerkt, dass die Eisdicke nicht ausreicht, um den See gefahrlos zu betreten“, berichtet die Polizei. Die Personen zeigten sich einsichtig und verließen die Eisfläche. Die Polizei beließ es bei einer Ermahnung. 

Das Team am Ufer sichert den Retter mit Seilen ab. Vorsitzender Sven Guse (links) ist mit der Übung insgesamt zufrieden.

Beim Einbrechen in den Kiessee besteht Lebensgefahr, appelliert Guse an die Vernunft der Menschen. Vor allem, wenn auch der Kopf unter Wasser gerät und man aufgrund von Panik und Strömung nicht sofort das Eisloch wiederfindet. Wer einbricht, sollte versuchen, seine Arme schon beim Fallen auszustrecken, um genau dies zu vermeiden. Außerdem sollte man sich so wenig es geht bewegen, um nicht noch mehr Energie zu verlieren, denn das brauchen Herz und Kreislauf am nötigsten. Wenn keine anderen Menschen in der Nähe sind, sollte versucht werden, die Beine aus dem Wasser auf das Eis zu bekommen und sich zur Seite wegzurollen. „Danach sofort ans Ufer robben, die nasse Kleidung ausziehen und Hilfe rufen“, empfiehlt Guse. Wer einem Eingebrochenen helfen möchte, sollte zuerst aufpassen, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. „Wenn es unter einem knackt, dann runter vom Eis“, warnt Guse. Zudem gilt: • Notruf über 112 absetzen. • Das Eis nicht aufrecht betreten, sondern darauf krabbeln oder robben. • Vom Eisloch ausreichend Abstand halten. Dem Opfer etas zuwerfen, woran es sich festhalten kann (Schal, Seil, Jacke, Stange und ähnliches). • Mit dem Opfer sprechen. • Das Opfer über das Eis zum Ufer ziehen, nicht gehen lassen. • Nasse Kleidung aus-, trockene anziehen oder in Decken hüllen. • Lauwarme Getränke geben. 

Wie man sich selbst aus dem Eis befreien kann, zeigt Raphael Holz (mit Überlebensanzug).

Bei der Übung klappte die Eisrettung schon recht gut. „Hier und da können wir noch etwas verbessern“, resümiert Guse, aber genau dazu seien solche Übungen ja da. 

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