Digitale Hauptwerk-Orgel für St. Sixti / Premiere bei Konfirmationen geglückt

„Höchste klangliche Genüsse“

Vorstellung der Hauptwerk-Orgel in St. Sixti
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Die Kantoren Meike Davids und Benjamin Dippel (vorne) stellen die Hauptwerk-Orgel (von links) Dr. Christian Steigertahl (Kirchenvorstand), Ute Assmann, Gernot Bollerhei (beide KSN), Michael Nolte (Kirchenmusikstiftung) und Superintendent Jan von Lingen vor.

Northeim – Von „höchsten klanglichen Genüssen“ schwärmt Sixti-Kantor Benjamin Dippel, wenn er über das neueste Instrument in der St.-Sixti-Kirche spricht. Seit Kurzem gehört eine digitale Orgel zum Inventar. Das Besondere: Mit der Software „Hauptwerk“ erzeugen die drei Manuale (jeweils Midi-Keyboards) die Klänge aller Orgeln, die für die Software eingespielt wurden.

Hörprobe in St. Sixti: Die Kantoren Benjamin Dippel und Meike Davids zeigen, was die digitale Orgel kann.

„Wir können das Instrument also klingen lassen wie die Orgel der Laurens-Kirche in Rotterdam oder eine Barockorgel in der Lombardei“, erklärt Dippel. Ausgestattet mit 82 Registern sowie dem klassischen Orgelpedal erzeugt sie so einen sinfonischen Klang, den aktuell drei Lautsprecherboxen übertragen. Die Range orientiert sich dabei am Klangspektrum der Gloger­orgel in St. Sixti und geht von 35 bis etwa 60.000 Hertz. Zwölf verschiedene Orgeln kann die „Königin der Instrumente“ in St. Sixti imitieren. Daher ist auch ein PC mit mindestens 64 GB Arbeitsspeicher nötig, da die einzelnen Töne viel Speicherplatz benötigen. „Wenn unsere Glogerorgel nach der Renovierung ausgepackt wird, möchten wir sie auch online für ,Hauptwerk‘ zur Verfügung stellen“, berichtet Dippel. 
Etwas mehr als 5.000 Euro hat die Anschaffung gekostet, die Konstruktion haben Dippel und Kantorin Meike Davids, die am liebsten auf der Orgel spielt, wenn sie den Klang der Straßburger Orgel wiedergibt, selbst gebaut. Ihnen sei es wichtig, dass die digitale Orgel schnell auf- und abgebaut werden und so an den verschiedensten Orten, zum Beispiel in einem Freibad oder im Wald, und in Schulen genutzt werden kann. „Denn auch das pädagogische Moment ist uns wichtig“, erklärt Dippel und bedankt sich bei der KSN sowie der Stiftung Kirchenmusik für die Spenden in Höhe von 1.200 Euro beziehungsweise 1.000 Euro.
Um die Musik unter die Leute zu bringen, haben die Sixti-Kantoren bereits einige Stücke eingespielt und auf dem Youtube-Kanal „Musik an St .Stixti“ veröffentlicht. Ihre Premiere feierte die Hauptwerk-Orgel am vergangenen Wochenende bei den Konfirmationen. „Wir hatten am Samstag vier und am Sonntag drei Gottesdienste, das hat alles hervorragend geklappt“, berichtet Dr. Christian Steigertahl vom Kirchenvorstand, „die Orgel hat einen wunderbaren Klang.“ 

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