Der Ortsbürgermeister

Er sieht sich als Alternative zu den großen Parteien: Dietmar Weiß, hier mit seinem Hund Blacky kandidiert für das Northeimer Bürgermeisteramt.

NORTHEIM Stöckheims Ortsbürgermeister Dietmar Weiß hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch nach intensiver Rücksprache mit seiner Familie hat er sich entschlossen, sich als FUL-Kandidat für den Chefsessel im Northeimer Rathaus zu bewerben.

HALLO berichtet er, dass er sich als Alternative zu den Kandidaten der großen Parteien sieht und sich durchaus Chancen auf einen Wahlerfolg ausrechnet.

Als eines der Hauptthemen in Northeim sieht der 58-Jährige Diplomverwaltungswirt (FH), der seit 1991 als Beamter bei der Stadt Göttingen arbeitet, das Vertrauen zwischen Verwaltung und Politik wiederherzustellen. „Auch die Bürger müssen wir wieder gewinnen, um Northeim gemeinsam voranzubringen, ohne Parteivorgaben“, fordert er. Er hätte das Gefühl, dass die eigentlichen Ziele für die Stadt verloren gegangen seien, was sich auch in einer negativen Grundstimmung bei den Bürgern ausdrücke. Dabei habe Northeim viel zu bieten, man müsse es nur zeigen, betont er. Dazu gehöre auch die Wiederbelebung der Innenstadt. Leerstehende Geschäfte sollten, wenn möglich wieder mit Geschäften und Gastronomie gefüllt, alternativ auch in Wohnraum umgewandelt werden. Gedanken müsse man sich auch darüber machen, ob die Fußgängerzone vielleicht zu groß bemessen sei. Letztendlich obliege es aber dem Rat zu entscheiden, wie die Innenstadt ausgestaltet werden soll, erklärt er, dass der Bürgermeister und die Verwaltung nur Ideengeber seien dürfen. Und bei allen Maßnahmen, egal in welchem Bereich, müssten immer auch die Finanzen der Stadt im Auge behalten werden. Wichtig ist Weiß auch der Dialog mit den Bürgern und die Erreichbarkeit der Stadt für die Bürger. Hier sei es sinnvoll, das Bürgerbüro länger und dem Bedarf entsprechend zu öffnen, dazu sei dann aber mehr Personal erforderlich. Bürger- und Jugendsprechstunden möchte Weiß beibehalten, da sie eine gute, direkte Form der Kommunikation ermöglichen. Doch auch die Verständigung zwischen allen Kulturen hält Weiß für wichtig und regt einen „Ball der Nationen“ an. Besonders am Herzen liegt dem Stöckheimer, der sich nicht nur als Ortsbürgermeister, sondern auch im SR Stöckheim, dem Dorfverschönerungsverein und in der örtlichen Feuerwehr engagiert, das Ehrenamt. Hier gelte es, bürokratische Hürden abzubauen und Lösungen zu finden, die den Leuten gerecht werden, die sich in Vereinen und Verbänden engagieren. Aus seiner Erfahrung weiß er, dass sich die Ortschaften oft abgehängt fühlen. „Je weiter man von der Kernstadt weg ist, desto mehr fühlt man sich benachteiligt, ist die Auffassung zahlreicher Menschen in den Dörfern“, erklärt Weiß, deshalb sei es ihm ein besonderes Anliegen, das Verhältnis zur Kernstadt zu fördern und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Aus seiner Sicht mache es auch Sinn, dass zum Beispiel städtische Kinder in Grundschulen und Kitas auf den Dörfern betreut werden, wenn dort noch freie Plätze zur Verfügung stehen. Überhaupt sei die Mobilität ein wesentliches Thema. Hier müssten neue Dinge überlegt und auch ausprobiert werden. Sammeltaxis, ehrenamtliche Fahrdienste und Ruftaxis seien nur einige Ideen, die es zu prüfen gelte. Wohnraum sei in Northeim günstig, das sei ein Pfund, mit dem man wuchern und auch überzeugen könne. Jetzt müssten noch gute Bedingungen für Neuansiedlungen geschaffen und die Geschäftsleute unterstützt werden, damit es mit Northeim bergauf gehe und die Stadt auch wieder an Image gewinnen würde. Wichtig sei auch, die Kluft zwischen jung und alt zu überwinden. Mehrgenerationenhäuser zu schaffen und Altenheime nicht an den Ortsrand zu verbannen, hält Weiß für einen guten Weg. Zudem sollte die Stadt auch attraktivere Angebote für junge Menschen bereithalten, das müsse man versuchen hinzubekommen, zeigt er sich optimistisch. Er lobt Northeim und seine Umgebung wie zum Beispiel den Großen Freizeitsee, der viel Potenzial habe, das Positive Northeims müsse nur auch an die Menschen vermittelt werden. Sollte Weiß als Bürgermeister am 25. Februar oder bei einer eventuell notwendigen Stichwahl am 11. März gewählt werden, dann möchte er erst einmal im Rathaus richtig ankommen. „Ich glaube, dass wir dort gutes Personal haben, mit dem man gut arbeiten kann“, betont er und würde zunächst mit den Fachbereichsleitern und dann mit der Belegschaft in Kontakt treten. Nach 100 Tagen möchte er gut eingearbeitet sein und angeschoben haben, dass bedarfsgerechtes Bauland – auch in den Ortschaften – sowie Gewerbegebiet ausgewiesen werden kann. Sein Programm stellt Weiß bei folgenden Veranstaltungen genauer vor: Infostand am 17. und 24. Februar von 10 bis 13 Uhr in der Northeimer Innenstadt vor der Drogerie Müller/Volksbank, Informationsveranstaltungen jeweils ab 19 Uhr am 20. Februar in der Mensa der Mehrzweckhalle in Höckelheim, am 21. Februar in der Mehrzweckhalle in Langenholtensen und am 22. Februar im Bürgersaal in Northeim. (rgy)

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