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Delegation auf Spurensuche in Hoyerswerda

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Die Reisegruppe mit Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh und dem Northeimer Bürgermeister Simon Hartmann
Am Rathaus in Hoyerswerda: Die Reisegruppe mit Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh und dem Northeimer Bürgermeister Simon Hartmann. © Förderverein Stadthalle Northeim

Northeim – Im Rahmen der Northeimer „Gundermann Kulturtage - Innerdeutsche Begegnungen Northeim 2022“ ist eine 22-köpfige Northeimer Gruppe mit Bürgermeister Simon Hartmann und Stadthallen- Fördervereinsvorsitzenden Volker Behling an der Spitze und begleitet von Ratsmtgliedern, dem Stadtarchivar, den Protagonist:innen des Theaters der Nacht, Vertreter:innen der Northeimer Kunst- und Kulturszene, Repräsentant:innen der St. Sixti Kirche sowie von Landwirtschaft und Forsten ins mittelsächsische Hoyerswerda gereist.

Der Gundermann-Ginkgo-Baum auf dem Waldfriedhof in Hoyerswerda  wurde mit Bändern in den Stadtfarben geschmückt. (V.l.) Sabine Proksch, Harald März, Ruth Brockhausen, Carmen Orlet & Hugo Dietrich, OB Torsten Ruben-Zeh, Bürgermeister Simon Hartmann und Ratsherr Michael Wolf
Der Gundermann-Ginkgo-Baum auf dem Waldfriedhof in Hoyerswerda wurde mit Bändern in den Stadtfarben geschmückt. (V.l.) Sabine Proksch, Harald März, Ruth Brockhausen, Carmen Orlet & Hugo Dietrich, OB Torsten Ruben-Zeh, Bürgermeister Simon Hartmann und Ratsherr Michael Wolf. © FV

Es war eine Erinnerungs-Kulturreise. Dort, in der Oberlausitz, lebte und wirkte der baggerfahrende Liedermacher Gerhard Gundermann (1955-1998), und dort ist er auch begraben. Mit den ausländerfeindlichen Unruhen geriet Hoyerswerda 1991 in die Schlagzeilen. 

Nach einem Empfang durch Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh, Bürgermeister Mirko Pink, verschiedene Ratsmitgliedern und das Team der Kulturfabrik um Uwe Proksch folgten zahlreiche Gelegenheiten zu intensiven Diskussionen und zum Gedankenaustausch. Zunächst interpretierte der OB beeindruckende Zahlen und Fakten, die belegten, dass Hoyerswerda – besonders auf den Gebieten von Wissenschaft, Forschung und Technik – die Nase vorn hat. Die positive Stadtentwicklung konnten die Teilnehmenden dann bei einer Stadtrundfahrt im historischen Oldtimer-Ikarus-Bus von 1961 nachempfinden. Am Abend gab es heftige Diskussionen über die Wiedervereinigung, das Miteinander von Ost- und Westdeutschland und das künstlerische Erbe von Gerhard Gundermann. Die von OB Ruban-Zeh begrüßte Initiative, die Oberschule in Gerhard-Gundermann-Oberschule zu benennen, stößt dort insbesondere bei einigen CDU-Mitglieder auf Widerstand: Sie wollen Gundermann die zeitweise IM-Tätigkeit für die Stasi nicht verzeihen; hingegen sehen viele Eltern, Schüler und Lehrer die Namensgebung als Chance zu einer überdauernden pädagogischen Auseinandersetzung mit DDR- Biographien.

Duo Carmen Orlet & Hugo Dietrich
Am Abschiedsabend begeisterte neben dem Bürgerchor auch das aus Berlin angereiste Duo Carmen Orlet & Hugo Dietrich (Foto) mit einem großen Gundermann-Musikabend. © FV

Am 12. Mai wurde der frisch gepflanzte Gundermann-Ginkgo unter großer Beteiligung von Gundermann-Weggefährten auf dem Waldfriedhof mit bunten Bändern der beiden Stadtfarben geschmückt.  Diesen Baum und einen Zwilling, der auf dem Alten Friedhof in Northeim steht, hatte der Initiator der Gundermann-Kulturtage, Northeims langjähriger Kulturamtschef Harald März, gestiftet, um im Sinne Goethes nachhaltige Symbole der „Einheit der Zweiheit“ zu schaffen, sinnbildlich für eine neuerliche kulturelle Kooperation der beiden Städte und auch die Widersprüchlichkeit Gundermanns. Im Anschluss besuchten Arbeitsgruppen bedeutende Einrichtungen wie die Energiefabrik, das Schloss, das Zusa-Museum, den Zoo und die Mühle von Krabat.
Am Abschiedsabend begeisterten der 60-köpfige Bürgerchor des Musikschuleiters André Bischof und das aus Berlin angereiste Duo Carmen Orlet und Hugo Dietrich mit einem großen Gundermann-Musikabend nicht nur die Northeimer Delegation, sondern auch viele neugewonnene Freunde aus Hoyerswerda.

Die Fahrt nach Hoyerswerda war als „Spurensuche- Erinnerungs-Reise“ in die Vergangenheit geplant, nun wurden aber vielversprechende Abzweigungen in die Zukunft entdeckt. Das „System Gundermann“ habe funktioniert, hieß es, über seine Lieder seien sich fremde Menschen aus Ost und West näher gekommen: Sie wollen neue Freundschaften pflegen, und viele wird man schon in vier Wochen, beim großen „Gundermann Finale Furioso“ vom 19. bis 21. Juni in Northeim begrüßen können. - hm

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