Christiane Giffhorn stellt im Northeimer Amtsgericht Fotografien aus

Die Welt in Spiegelungen

+
Ein bepflanzter Balkonkasten kann auch so fotografiert werden: Christiane Giffhorn (links) erklärt Anke Brosche ihre Fotografie.

Northeim – „Das ist doch bestimmt nicht nur fotografiert, sondern auch nachbearbeitet“, vermuten einige Betrachter der Arbeiten von Christiane Giffhorn bei der Vernissage im Northeimer Amtsgericht am Donnerstag.

Doch Giffhorn klärt auf: „Ich habe nur bei zwei Bildern etwas verändert, einmal etwas retuschiert, einmal eine weitere Spiegelung hinzugefügt, bei allen anderen handelt es sich um die originale Abbildung.“ Zu sehen auf ihren Farbfotografien sind spannende Spiegelungen, die als solche zunächst oft gar nicht sofort zu erkennen sind, sie leben von dem besonderen Ausschnitt oder der Nahaufnahme. Amtsgerichtsleiterin Anke Brosche schildert bei der Eröffnungsrede, dass Giffhorn schon zu Studienzeiten mit dem Fotografieren begonnen hätte. Damals noch in Schwarz-Weiß. Die Fotos hat sie auch noch im eigenen Fotolabor abgezogen und entwickelt. Später hat sie das eigene Abziehen aufgegeben und sich auch der Farbfotografie zugewandt. Jura, später Pädagogik und Psychologie hat Giffhorn, die heute in Göttingen und Berlin lebt, studiert und lange in der Lebensberatungsstelle in Göttingen gearbeitet. Das Fotografieren hat sie all die Jahre als Liebhaberei begleitet. „Von sich selbst sagt sie, dass sie nicht viel Ahnung von Technik hätte“, verrät Brosche, lobt aber sogleich das gute Auge der Hobbyfotografin. „Früher hab ich ,traditionelle’ Fotografien gemacht“, berichtet Giffhorn, „die finde ich heute langweilig.“ Seit circa zehn Jahren befasst sie sich mit Spiegelungen. Erstmals war sie davon fasziniert, als sie das Schaufenster einer Buchhandlung fotografieren wollte und sich die gegenüberliegenden Häuser darin spiegelten. Den Vernissagebesuchern hat sie dieses Foto zur Demonstration mitgebracht, es ist allerdings nicht Bestandteil der Ausstellung, die noch bis Ende März im Amtsgericht zu dessen Öffnungszeiten zu sehen ist. Die gezeigten Arbeiten, die auch zum Verkauf stehen, zeigen viele detaillierte Blicke auf Spiegelungen, in Seen, Scheiben und Pfützen. Giffhorn hat sie in Berlin und auf Reisen, zum Beispiel in Paris und London, gemacht. Dabei hat sie über die Jahre einen ganz besonderen Blick auf die Welt gewonnen und kann zu jedem Bild eine kleine Geschichte erzählen. So schildert sie, wie sie plötzlich nach einem Platzregen eine Spiegelung in einer Pfütze vor einem Café entdeckt hat, dabei merkt man ihr die Freude an dieser Entdeckung an, die von anderen gar nicht bemerkt werden. Sofort griff sie zu ihrer kleinen, kompakten Kamera und hielt diesen kurzen, besonderen Moment fest. Interessenten an den fotografischen Arbeiten von Giffhorn können sich unter Telefon 0551/46448 oder per E-Mail an chr.giffhorn@freenet.de an sie wenden. (rgy)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare