Berufswettbewerb der deutschen Landjugend an der BBS II

Abwechslung pur

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Malte Messerschmidt (zweiter Platz der Landwirte im dritten Lehrjahr) repariert beim praktischen Teil der Berufswettbewerbs an den BBS II in Northeim ein Anhängerkabel. Dabei ist neben Wissen um Elektrotechnik auch Fingerspitzengefühl erforderlich (kleines Bild).

Alle zwei Jahre veranstaltet die deutsche Landjugend einen Berufswettbewerb. An den Berufsbildenden Schulen II in Northeim nahmen gut 100 Schüler teil.

Dazu wurden Fachoberschüler und Lehrlinge „grüner Berufe“ in drei Kategorien, entsprechend der Lehrjahre, eingeteilt, um so vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Insgesamt müssen fünf Aufgaben absolviert werden: Schriftliche Tests, einer zum Allgemeinwissen und einer zur Fachtheorie, müssen geschrieben, eine Präsentation muss besucht, in einem Raum Werkzeuge, Saatgut und Futtermittel bestimmt und zum Abschluss praktische Fähigkeiten unter Beweis gestellt werden. „Dabei geben manche Aufgabe natürlich mehr Punkte als andere“, erläutert Harald Kröger, Teamleiter Landwirtschaft an den BBS II Northeim. So fließt der Test zum Allgemeinwissen mit zehn Prozent, der zur Fachtheorie aber mit 20 Prozent in die Gesamtpunktzahl ein. Auch die Bestimmungsaufgaben, bei denen in kleinen Petrischalen Futter- und Düngemittel sowie Saatgut nebeneinander stehen, gehen mit 20 Prozent in die Wertung ein. Aber nicht nur Pflanzenteile und Chemikalien müssen zugeordnet werden, auch Scheiben von Trennschleifern, Spitzzangen und Schraubzwingen müssen erkannt werden. „Das Klischee vom Landwirt, der den ganzen Tag nur auf dem Traktor Musik hört, stimmt nicht“, bestätigt Kröger. Gerade was Rechtsfragen, Düngemittelverordnungen, Planung und Dokumentation angehe, habe sich der Beruf in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. „Es ist einer der vielseitigsten Berufe, die es gibt“, ist sich auch Landwirt Ernst-Hartwig Spangenberg aus Lutterhausen sicher, der dabei hilft, den praktischen Test zu überwachen. Hier müssen die Schüler ein beschädigtes Anhängerkabel reparieren, denn auch elektrotechnische Arbeiten gehören mittlerweile zum Alltag eines Landwirtes. „Normalerweise passiert so was morgens um zwei beim Dreschen“, wirft Malte Messerschmidt, Landwirtslehrling im dritten Lehrjahr, ein, der gerade sein Kabel repariert. Bewertet wird dabei nicht nur, ob das Kabel wieder funktionsfähig ist, sondern auch, ob der Arbeitsplatz sauber und aufgeräumt hinterlassen und auf die nötige Arbeits­sicherheit geachtet wurde. „Es geht bei dem Berufswettbewerb nicht nur darum, etwas zu lernen, Spaß gehört auch dazu“, erklärt Michael Döring, Koordinator des Agrarbereichs an der BBS II. Deshalb wird die Veranstaltung nicht nur mit einer Siegerehrung, sondern auch einer gemeinsamen Mahlzeit, die vom Niedersächsischen Landvolk gesponsert wird, abgeschlossen. Den ersten Platz der Lehrlinge im ersten Lehrjahr sicherte sich Julius Große aus Pöhlde, der zweite ging an Devin Schumann aus Hattorf und der dritte an Paul Brinkmann aus Altgandersheim. Bei den Lehrlingen des zweiten Lehrjahres erreichte Gerd-Christian Teichmann aus Ballenhausen den ersten, Maik Hasselbusch aus Weende den zweiten und Felix Arnemann aus Hillerse den dritten Platz. Erstplatzierter der Lehrlinge im dritten Ausbildungsjahr wurde Johannes Bercht aus Badenhausen, Zweiter wurde Malte Messerschmidt aus Eimen und Dritter Alex Strom aus Dassel. Bei den Teilnehmern der Einjährigen Fachschule Landwirtschaft wurde Felix Geistlich aus Bremke Erster und Florian Schambach aus Hardegsen Zweiter. (sth)

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