Wegschauen geht nicht

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Autor Christian Linker liest den Schülern der Thomas-Mann-Schule in Auszügen aus seinem neusten Buch „Der Schuss“ vor.

NORTHEIM (sth) Der 17-jährige Robin Fuchs will aus dem Drogengeschäft aussteigen. In genau dieser Nacht wird er aber Zeuge eines Mordes und muss sich entscheiden, ob er sich wie immer aus den Konflikten im Block heraushält oder die Wahrheit ans Licht bringen will.

„Ich muss euch warnen“, erklärt Autor Christian Linker zu Beginn seiner Lesung den Schülern der Thomas-Mann-Schule. „Wenn ihr die AfD gut findet, könnte euch mein Buch nicht gefallen.“ Erst im September war im Editorial der „AfD-Sachsen aktuell“ ein Beitrag zu lesen, der Linkers aktuelles Buch „Der Schuss“ als „unerträgliche Gehirn­wäsche“ bezeichnete. Weshalb seine Geschichte der Parteizeitung sauer aufstößt, ist schon nach dem ersten Kapitel ersichtlich: Der junge Robin Fuchs wird Zeuge eines Gewaltverbrechens, bei dem auch ein Anhänger der rechts­gerichteten „Deutschen Alternativen Partei“ getötet wird. Weitere Anhänger, die im Block für „Ordnung sorgen“, schieben die Tat dem Drogenhändler Hakan Topal in die Schuhe, um Hass und Angst zu säen. Gespannt hören die Schüler dem erfahrenen Autor zu, der ausgewählte Passagen aus seinem Buch vorliest und stellen schließlich, nachdem die erste Scheu überwunden ist, auch einige Fragen. „Ich hatte schon immer Bock auf Schreiben“, antwortet Linker, deshalb habe er keine aufregende Geschichte dazu zu erzählen. Während manche andere Autoren ein besonderes Erlebnis als ihren Startschuss betrachten sei für ihn die Lust am Schreiben und Geschichten erzählen einfach da gewesen. Schon während der Schulzeit habe er dann seinen ersten Roman geschrieben, den damals aber noch niemand veröffentlichen wollte. „Letztendlich hat es aber dann doch geklappt“, erklärt der Autor. Auch gegen Schreibblockaden hat er ein regelrechtes Haus­mittel gefunden. Beim Putzen könne er am besten nachdenken und so Lösungen für seine Schreibprobleme finden. „Und wenn das mal nicht klappt, ist es hinterher wenigsten ein bisschen sauber“, freut sich Linker.

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