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Anklage wegen Totschlags im Maisfeld erhoben

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Symbolbild. © HALLO Northeim

Northeim/Göttingen – Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat vor dem Schwurgericht des Landgerichts Göttingen Anklage gegen einen 58 Jahre alten Maßregelpatienten des Maßregelvollzugszentrums Moringen erhoben. Ihm wird zur Last gelegt, am 25. September 2021 eine ihm bis dahin unbekannte 64-jährige Walkerin in einem Maisfeld zwischen Northeim und Höckelheim mit einem Messer getötet zu haben. Die Tat hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Die Unterbringung des Angeschuldigten war am 19. Januar 1981 vom Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Northeim angeordnet worden. Der Angeschuldigte hatte im Frühjahr 1980 zunächst einer 22-jährigen Fahrradfahrerin am Ortsausgang Bovenden mit einem Messer einen Stich in den Rücken versetzt. Einige Zeit später hatte er eine ihm ebenfalls unbekannte 27-jährige Fahrradfahrerin vom Fahrrad gestoßen und mit zwei Messerstichen in Brust und Rücken verletzt. Das von einem Sachverständigen beratende Gericht war dabei davon ausgegangen, dass der Angeschuldigte zu den Tatzeiten eingeschränkt schuldfähig war.

Im Rahmen der Unterbringung wurde dem Angeschuldigten am 14. August 1986 ein Familienurlaub gewährt. Daraufhin stieß der Angeschuldigte eine ihm zuvor unbekannte 45-jährige Fahrradfahrerin im Leinetal auf der Höhe Bovenden vom Fahrrad und stach insgesamt viermal mit einem Messer auf den Oberkörper der Geschädigten ein, wobei diese lebensgefährlich verletzt wurde. Aufgrund dieser Tat verurteilte das Landgericht Göttingen den Angeschuldigten am 11. Dezember 1987 wegen versuchten Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Nachdem der Angeschuldigte im Juli 2004 im Rahmen von Lockerungen jeweils exhibitionistische Handlungen gegenüber ihm unbekannten Frauen begangen hatte, verurteilte ihn das Landgericht Göttingen am 2. November 2005 wegen exhibitionistischer Handlungen in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Monaten.

Seit dem 5. Februar 2021 befand sich der Angeschuldigte, dem zuvor zahlreiche Lockerungen bewilligt worden waren, in einer Außenwohngruppe des Maßregelvollzugszentrums mit zwei weiteren Patienten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Northeim am 29. September 2021 einen einstweiligen Unterbringungsbefehl erlassen. Der Angeschuldigte befindet sich seither im geschlossenen Vollzug.

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