Wohnmobil-Ansturm bei „Machel“

Corona-Trend: Camping statt Kanaren

Autohaus-Geschäftsführer Frank Machel und Ehefrau Elke Schmidt zeigen den Kastenwagen, der angesichts seiner Größe besonders beliebt ist.
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Autohaus-Geschäftsführer Frank Machel und Ehefrau Elke Schmidt zeigen den Kastenwagen, der angesichts seiner Größe besonders beliebt ist.

Nordstemmen – „Wir sind nicht die großen Gewinner der Krise, aber sicher auch nicht die Verlierer“, betont Frank Machel. Schon im vergangenen Jahr erlebte das 18-köpfige Team des Nordstemmer Autohauses einen regelrechten Wohnmobil-Ansturm – schon Monate vor dem eigentlichen Saisonbeginn.

„Als klar war, dass die Menschen nicht nach Mallorca oder Griechenland fliegen durften, brauchten sie eine Variante für das Inland“, begründet Frank Machel die große Nachfrage nach Wohnmobilen und Wohnwagen. „Es war eine ganz andere Kundschaft als gewöhnlich“, erinnert er sich.

Wer sich jetzt ein Reisemobil anschaffen möchte, beispielsweise den besonders beliebten Kastenwagen, müsse durchaus ein Jahr darauf warten. Das Problem: „Seit Dezember verkaufen wir schon die 2022-Modelle“, informiert Frank Machel über Zulieferer-Probleme: „Sie kriegen keine Kühlschränke, keine Fahrgestelle...“ Ganz andere Chargen würden produziert – anders als beim Auto: „Ein Reisemobil ist fast nur Handarbeit.“ 

Während sein Hof zu 90 Prozent „leer gekauft“ wurde, sei die Vermietung von Wohnwagen nahezu eingebrochen: Ab Oktober sind die Fahrzeuge normalerweise bereits für das kommende Jahr ausgebucht. Aktuell aber werden 50 Prozent der Vermietungen storniert. „100 Tage im Jahr sollte ein Wohnwagen vermietet sein – egal, wie man es rechnet“, schildert er. Doch auf diese Zahl würden seine Gefährte auch in diesem Jahr nicht kommen. Beliebte Feiertage, um sich mit dem Reisemobil eine Auszeit zu nehmen, stünden vor der Tür: Doch der 1. Mai, Himmelfahrt und Pfingsten werden wohl erneut ins Wasser fallen. „Ostern hatten wir zwei Fahrzeuge draußen“, bedauert Frank Machel

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