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„Wir kommen um Europa nicht herum“

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Alina Schurmann, Claus Kollay und Jennifer Wegener (von links) bereiten die Europawahlunterlagen für die Gemeinde Nordstemmen vor. Foto: Hüsing
Alina Schurmann, Claus Kollay und Jennifer Wegener (von links) bereiten die Europawahlunterlagen für die Gemeinde Nordstemmen vor. Foto: Hüsing

NORDSTEMMEN „Zum gegenwärtigen Stand haben wir knapp 9 900 Wahlberechtigte in der Gemeinde Nordstemmen“, kennt Claus Kollay, stellvertretender Fachbereichsleiter, die konkreten Zahlen für die Europawahl am 25. Mai. Auch die Unionsbürger sind aufgerufen, sich ins Wählerverzeichnis eintragen zu lassen.

„In der Gemeinde gibt es 132 Unionsbürger, die ihr Wahlrecht ausüben könnten“, sagt Kollay. Allerdings sind nur sechs von diesen Erwachsenen durch frühere Europawahlen bereits ins Verzeichnis eingetragen. „Alle Anderen müssen bis 4. Mai einen Antrag stellen, um ihr Wahlrecht nutzen zu können“, weist Claus Kollay auf die bald auslaufende Frist hin.

In Nordstemmen gibt es Bürger aus anderen Staaten der Europäischen Union, die ganz unterschiedlicher Herkunft sind. „Die Masse, etwa 50 Bürger, kommen aus Polen, aber auch Österreicher, Briten, Kroaten, Bulgaren, Litauer, Griechen, Spanier und Italiener leben in der Gemeinde“, so Kollay. Der Landkreis hat die Unionsbürger bereits vor einiger Zeit aufgefordert, sich zu melden. Die Gemeinde Nordstemmen hat diese Bekanntmachung Ende März herausgegeben, damit die Meldefrist nicht in Vergessenheit gerät. „Außerdem haben wir die in Nordstemmen Wohnenden noch einmal zusätzlich persönlich angeschrieben“, hofft Claus Kollay, dass möglichst viele Bürger ihr Wahlrecht am 25. Mai auch nutzen. „Ich bin enttäuscht, wie wenige Unionsbürger von diesem Recht Gebrauch machen“, versteht der Fachmann nicht, warum dies so ist: „Wir kommen um Europa nicht mehr herum.“ Er hoffe stark, dass der Trend der Beteiligung an einer Europawahl nicht noch weiter sinkt.

Bei der vergangenen Wahl hatten in der Gemeinde lediglich 44 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz gemacht. „Ich glaube, wir Bürger beschäftigen uns vielleicht alle zu wenig mit Europa“, meint Claus Kollay. Schließlich handele es sich bei der Europawahl nicht um eine Personen-, sondern um eine reine Parteienwahl. „Wir kennen alle die Personen nicht, die anschließend im Europaparlament sitzen.“ Dennoch möchte Claus Kollay möglichst viele Menschen, Deutsche und andere Unionsbürger, animieren, zur Wahl zu gehen.

Noch sind die Wahlzettel nicht draußen, fest steht aber, dass auf dem bundesweit einheitlichen Bogen zahlreiche Parteien vertreten sein werden: „Die Familienpartei, die Tierschutzpartei, die Wählergemeinschaft "Ab jetzt" und auch die Partei Bibeltreuer Christen stehen ebenso zur Wahl wie die etablierten deutschen Parteien“, nennt Claus Kollay ein paar Details. Insgesamt 24 Parteien werden auf dem Zettel stehen, jeder Wähler darf aber nur ein Kreuz setzen.

Deutschland stehen 96 Sitze im Europäischen Parlament zur Verfügung, die je nach Wählerwunsch verteilt werden. „Da es keine Drei-Prozent-Hürde mehr für den Einzug ins Parlament gibt, haben auch die kleineren Parteien bei dieser Wahl eine gute Möglichkeit, Sitze zu bekommen“, bezieht sich Claus Kollay auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, das im Februar gefällt wurde.

Gemeinsam mit Jennifer Wegener und Auszubildender Alina Schurmann bereitet Claus Kollay derzeit das Wählerverzeichnis für die Gemeinde Nordstemmen vor. Als nächstes sollen dann die Wahlkarten mit der Möglichkeit zur Briefwahl verschickt werden. Die Briefwahlunterlagen können wie gewohnt per Post angefordert, aber auch direkt im Rathaus während der Öffnungszeiten ausgefüllt werden. Für den Wahlsonntag sucht die Gemeinde Nordstemmen weitere Wahlhelfer, um die Stimmen entgegennehmen und auszählen zu können. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 05069/80010 melden.

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