IHK-Ausbildungsbotschafter zu Gast bei der Reihe „Beruf des Monats“ an der Marienbergschule

„Wie sind denn Eure Arbeitszeiten?“

Typische Arbeitskleidung: Fabian Heine (l.) und Daniel König stellen den Schülern ihren Ausbildungsberuf als Pharamakant bei „Haupt Pharma Wülfing“ vor. Foto: Hüsing

NORDSTEMMEN „Und was verdient man als Pharmakant?“, scheuen sich die Schüler der Marienbergschule nicht, für sie wichtige Punkte anzusprechen. Einmal im Monat stellen Unternehmen in der Marienbergschule mögliche Ausbildungsberufe vor. Grund genug, in der Reihe „Beruf des Monats“ die Ausbildungsbotschafter der Industrie- und Handelskammer (IHK) nach Nordstemmen einzuladen.

„Wie viele Ausbildungsberufe gibt es wohl?“, fragt Frank Willmann, Koordinator des IHK-Projekts, die Schüler. Schätzungen von 39 über 50 bis hin zu 70 möglichen Ausbildungen fallen – dabei sind es eigentlich rund 350. Um auch unbekanntere Ausbildungsberufe vorzustellen und einen direkteren Zugang für die Schüler zu schaffen, hat sich die IHK das Projekt der Ausbildungsbotschafter ausgedacht. „Rund 70 Auszubildende sind von uns geschult worden und stellen ihre Berufe jetzt bei Bedarf gerne vor“, so Frank Willmann.

Die Acht- bis Zehntklässler der Marienbergschule haben dabei das Glück, dass bei ihnen die Auftaktveranstaltung im Landkreis Hildesheim angeboten wird. Auszubildende der Unternehmen „Haupt Pharma Wülfing“, „ASWO“, „Fagus“ und „Schott“ stellen Anforderungen, Möglichkeiten und Voraussetzungen ihrer jeweiligen Berufe vor und bieten den Schülern die Gelegenheit, konkrete Fragen zu stellen. Arbeitszeiten, Urlaubstage und Gehälter spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Daniel König und Fabian Heine sind Ausbildungsbotschafter des Gronauer Unternehmens „Haupt Pharma Wülfing“. Sie haben Anschauungsmaterial mitgebracht, geben eingeschweißte Tablettenröllchen und Glasfläschen herum. „Wir haben auch spezielle Arbeitskleidung“, erzählt Daniel König und hält den Kittel, einen Mundschutz und eine Schutzbrille in der Hand. „Die Haube sieht zwar blöd aus, aber was will man machen“, spricht der Auszubildende zum Pharmakanten aus, was viele Schüler denken.

Auch Marius Grosser und Jan-Philip Ölke beziehen die rund 60 teilnehmenden Schüler des freiwilligen Angebotes in ihre Präsentation mit ein. „Was für ein Teil ist das?“, zeigt Marius Grosser beispielsweise ein Ersatzteil herum, das seine Firma „ASWO“ auf Lager hat. In Eime absolviert der 20-Jährige eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann.

„Das war wirklich spannend und sehr informativ“, sind sich Sedef Balahoroglo, Jacqueline Witt und Franziska Figul nach der ersten Runde einig, bevor sie den Raum wechseln, um den Botschaftern von „Fagus“ und „ASWO“ zu lauschen. Die drei Achtklässlerinnen freuen sich, nun zu wissen, was sich hinter der Berufsbezeichnung „It-Systemkaufmann“ verbirgt.

Genau darum geht es sowohl den Vertretern der IHK als auch Thomas Janetzko und Friedel Reinecke von der Marienbergschule. „Die vortragliche Verzahnung ist einfach toll“, meint Schulleiter Friedel Reinecke. So würden die Schüler Informationen aus erster Hand erhalten und könnten sehen, dass das ihnen beigebrachte Handwerkszeug einen Sinn hat. „In der Ausbildung haben viele Dinge einen anderen Mantel, aber es bleibt der Dreisatz, der vielen Prozessen zugrunde liegt“, stimmt Marc Diederich, Geschäftstellenleiter der IHK, ihm zu.

„Ich wäre glücklich gewesen, wenn es so etwas zu meiner Schulzeit auch gegeben hätte“, erklärt Fabian Heine seine Motivation, als Ausbildungsbotschafter eingesetzt zu werden. Seine Ausbildungsleiterin habe ihn gefragt, und da er bei Vorträgen „ganz gut“ sei, habe er sofort zugestimmt. Für die Reihe „Beruf des Monats“ sucht Thomas Janetzko von der Marienbergschule Unternehmen, die bereit wären, ihre Ausbildungsberufe vorzustellen. Eine Kontaktaufnahme ist über das Sekretariat möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare