Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Nordstemmen schreibt Jugendliche und Erwachsene an

Werbung per Postkarte

Frank Schiller, stellvertretender Gemeindebrandmeister, stellt die Postkarten für die Jugend und für die Aktiven vor. Foto: Hüsing

NORDSTEMMEN Die Zahl der aktiven Feuerwehrkameraden sinkt, auch die Jugendfeuerwehren könnten Zuwachs gut gebrauchen. Deshalb bieten einzelne Ortsfeuerwehren regelmäßig einen Tag der offenen Tür, eine Präsentation oder Flyer als Wurfsendungen an. Um jetzt gemeindeweit potenzielle Mitglieder zu erreichen, haben Benjamin Scholz, Heinrich Heipke und Frank Schiller gemeinsam eine Postkartenaktion ins Leben gerufen.

Benjamin Scholz, Schriftwart des Gemeindekommandos, hatte von einem Kollegen gehört, dass dieser recht erfolgreich eine ähnliche Aktion im Raum Hohenhameln ins Leben gerufen habe. 40 Postkarten mit interessierten Bürgern kamen damals zurück. Dieser Idee möchte sich nun auch die Gemeinde Nordstemmen anschließen. „Das Einwohnercenter der Gemeinde hat uns Adresslisten aus allen Orten zur Verfügung gestellt“, berichtet Frank Schiller, stellvertretender Gemeindebrandmeister. Die Listen wurden so erstellt, dass nur Mädchen und Jungen zwischen zehn und 16 Jahren gezielt für die Jugendfeuerwehr und Männer und Frauen zwischen 18 und 50 Jahren für die Aktiven angeschrieben werden. „Wir haben zuvor klären lassen, dass das rechtlich unbedenklich ist“, konnte die Verwaltung Bedenken wegen der Werbeaktion bereits im Vorfeld ausräumen.

Die Namensaufkleber sind nun nach Orten sortiert erstellt und gehen an die Ortsbrandmeister. „Die Feuerwehrführungen vor Ort kennen die Einwohner ihres Dorfes oft besser und können die Liste noch einmal durchgehen“, erklärt Schiller, dass so noch einmal gefiltert werden könne, damit nicht Personen angeschrieben werden, von denen Gründe bekannt sind, warum sie keine Mitglieder (mehr) sind. „Es sind 3 500 Adressen“, gilt es nun, zahlreiche Umschläge mit dem Namensschild, einem Anschreiben und einer Postkarte zu versehen. „Wir sparen so außerdem die Portokosten, da die Ortsfeuerwehren die Briefe selbst austragen“, so Frank Schiller.

Im Vorfeld der Aktion haben die Initiatoren gemeinsam zwei Postkarten entwickelt. Auf der einen werden gezielt die Jugendlichen angesprochen, auf der anderen die Erwachsenen. So heißt es auf der Karte für die Jugendfeuerwehr: „Du suchst in Deiner Freizeit eine Aufgabe, die Spaß macht und dabei noch viel Anerkennung bringt? (....) Interessierst Du Dich für die Feuerwehr und bist ein kleiner Technik-Tüftler? (...) Dann bist Du bei uns genau richtig!“ Denn Unterstützung im Jugendbereich kann die Feuerwehr immer gebrauchen. „Wir sind in der Gemeinde noch gut aufgestellt, möchten aber frühzeitig dafür sorgen, dass das auch so bleibt“, sagt Frank Schiller.

Deshalb erhalten die Erwachsenen zwischen 18 und 50 Jahren eine Postkarte, deren Text mit den Worten „Für den Schutz der Bevölkerung ist eine Vielzahl von Mitbürgern in Freiwilligen Feuerwehren ehrenamtlich engagiert. Sie sind aktiv in einer starken Gemeinschaft. Sie geben einen Teil ihrer Freizeit für die Hilfe am Menschen (...). Wäre das nicht ein Weg für Sie?“ beginnt. Interessierte Angeschriebene können die Postkarte umdrehen, ihre Kontaktdaten eintragen und die Karte per Post an die Gemeinde zurückschicken. „Die Verwaltung wird die eingesandten Postkarten für uns sammeln und wieder nach Ortschaften sortieren“, verrät Schiller das Prozedere. Die Karten gehen dann an die jeweiligen Ortsbrandmeister der Dörfer zurück, die ein Schnupperticket, auf dem die Dienstzeiten vermerkt sind, ausstellen. „Je nach Wunsch, können die Karten in den Briefkasten des Interessenten geworfen werden oder es kann das persönliche Gespräch gesucht werden“, setzt Frank Schiller auf „seine“ Ortsbrandmeister und ihre Teams.

Diese Werbeaktion soll flächendeckend an die Wichtigkeit der Feuerwehr erinnern. Trotzdem bleiben auch andere Werbeaktionen bestehen. „Die Schulprojektwochen an der Grundschule in Barnten kommen gut an“, nennt Schiller ein Beispiel. Immer wieder kämen im Anschluss gerade in Rössing und Barnten Jugendliche zum Schnuppern zu einem Übungsabend. „Wenn wir 50 bis 60 Personen erreichen, ist das ein großer Erfolg. Auch eine Person, die auf die Postkarte in seinem Briefkasten reagiert, ist schon ein Gewinn“, freut sich der stellvertretende Gemeindebrandmeister auf jeden neuen Kameraden.

In einem zweiten Schritt wird ein Konzept für eine Werbeaktion für die beiden Kinderfeuerwehren in Burgstemmen und Heyersum entwickelt. „Auch an die Zielgruppe ab sechs Jahren werden wir verstärkt rangehen“, hat sich Schiller ein neues Ziel gesetzt – denn auch die Kinder können so frühzeitig für die Feuerwehr gewonnen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare