Neujahrsempfang in Adensen: Lobende und mahnende Worte von Ortsbürgermeister und Pastor

„Wat wollnse von mir?“

Etwa 80 Personen aus Adensen und Hallerburg kommen in die Turnhalle. „Menschen, die ihre Freizeit opfern, gibt es zwar, aber es müsste noch mehr geben“, sagt Ortsbürgermeister Henning Lange.

ADENSEN Neujahrsempfänge sind dafür da, die Einwohner ihres Ortes für ihr ehrenamtliches Engagement zu feiern, ihnen Dank auszusprechen sowie Rückblick und Ausblick zu geben über das, was gut war und das, was schlecht war.

So war es auch beim Empfang von Adensen und Hallerburg, wo Ortsbürgermeister Henning Lange auf schöne Veranstaltungen zurückblickte, aber auch die Probleme des vergangenen Jahres aufzeigte. Ein halbes Jahr, nachdem wir Weltmeisrer geworden waren, baute Lange seine Rede auf Zitaten von Fußballern auf. Per Mertesacker sagte trefflich: „Wat wollnse von mir?“ So dürften sich, wie der Ortsbürgermeister anmerkte, viele Adenser bei den Themen Suedlink und Windenergie fühlen, denn diese Themen seien noch nich richtig im Ort angekommen. „Ein guter Anfang braucht Begeisterung – wie bei der Grundschule“, leitete Lange mit Blick auf neue Sanitäranlagen und die Mensa zu Positivem über. Doch, so sagte Toni Kross nach dem 7:1 gegen Brasilien: „Weltmeister ist noch niemand nach dem Halbfinale geworden.“ Deshalb stünden in diesem Jahr die Erneuerung der Abwasserkanäle und die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED im Fokus. Die Kreisstraße 506 wird 2016 erneuert. „Ich habe die Balance verloren“, sagte Luis Suarez nach seiner Bissattacke. Damit war der Ortsbürgermeister beim weltpolitischen Geschehen angekommen: Man dürfe Terror, Pegida und die Krimsituation an so einem Abend nicht verschweigen. Wie sagte aber der englische Spieler Steven Gerrard: „Argentinien hat Messi, Deutschland hat eine Mannschaft.“ So müsse es auch in Adensen bleiben, damit Dorfest, Maiwandern, Boßelturnier oder der Marienburg-Marathon auch in Zukunft erhalten bleiben. Die Schule brauche einen Werkraum, der Spielplatz ein neues Gerät, am 15. März gibt es erstmals ein Tanzcafé in der Turnhalle. Das sei, schloss Lange, nur durch Ehrenamtliche möglich, die ihre Freizeit opfern. Die gibt es zwar, aber es müsste noch mehr geben.

Auch der zweite Redner, Pastor Bernd-Ulrich Rüter, fand trotz vieler Highlights im Ort viele kritische Worte: Angesichts der Weltlage habe sein Optimismus Dellen bekommen. Er erzählte von seiner Mitgliedschaft am Runden Tisch Asyl und rief die Anwesenden auf, sich vorzustellen, traumatisiert in einen anderen Kulturkreis zu kommen. „Es geht nur zusammen vorwärts“, sagte der Geistliche, der mit einem Satz schloss, der schon vor 150 Jahren geschrieben wurde und nach wie vor Gültigkeit besitzt: „Gott, setze dem Überfluss Grenzen, und lass Grenzen überflüssig werden.“

Nach diesen besinnlichen Worten war Zeit für lockere Gespräche, die von Musik der Külf-Brass-Band aus Deinsen begleitet wurden.

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