Ludwig Arnold aus Heyersum unterstützt seit vielen Jahren die Deutsche Herzstiftung / Nachfolger gesucht

Viel über Körper und Leben gelernt

„Herz heute“, und Herz morgen? Ludwig Arnold engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Deutsche Herzstiftung. Er hofft, dass sich für seine Arbeit bald eine Nachfolge findet. Foto: Fritzsche

HEYERSUM Seit mehr als 35 Jahren steht die Deutsche Herzstiftung für unabhängige Aufklärung über Herzkrankheiten, dem Aufzeigen von sinnvollen Therapien und der Förderung von Forschungsprojekten. Mit mittlerweile 86 000 Mitgliedern ist die Institution in der Bevölkerung tief verwurzelt und im Rahmen ihrer alljährlichen „Herzwochen“ bekannt geworden.

Bei jeder dieser Veranstaltungen als ehrenamtlicher Beauftragter der Deutschen Herzstiftung dabei ist Ludwig Arnold, der mit seinem Infostand Broschüren, Hefte und andere Infomaterialien parat hält, mit denen er die Arbeit der Stiftung näher bringen möchte. Dass der Heyersumer sich so engagiert und einbringt, komme nicht von ungefähr. Der heute 78-Jährige hatte vor fast 25 Jahren selber immense Herzprobleme, mit denen er in ein Göttinger Krankenhaus eingewiesen wurde, wo er vier Bypässe eingesetzt bekam. „Damals habe ich mich viel über diese Krankheit informiert. Und da stößt man irgendwann zwangsläufig auf die Deutsche Herzstiftung“, so Arnold, der sich vor zwölf Jahren auch davon überzeugen ließ, als Botschafter der Stiftung tätig zu werden: „Ich kann so sinnvoll etwas für mich und meine Gesundheit tun, aber auch für alle anderen Betroffenen.“

Ein schweres Erbe

Es habe nach seiner Bypass-Operation einige Zeit gedauert, bis er sich wieder gefangen habe, erinnert sich Arnold, der in den Jahren viel über sich, seinen Körper und eine entsprechende Lebensweise gelernt hat: „Das Rauchen hatte ich schon vor meiner Herzerkrankung aufgegeben. Und Alkohol ist ebenfalls tabu. Ab und an genieße ich mal ein Glas Rotwein.“ Seine Ernährung brauchte der gelernte Bonbonmacher, der berufsbedingt viele Jahre im Ausland tätig war, nicht umstellen. Bedingt durch seinen langjährigen Aufenthalt in Italien hatte der gebürtige Bayer Gefallen an der dortigen mediterranen Küche gefunden, „und das haben wir Zuhause dann auch so beibehalten“. Was Ludwig Arnold allerdings vor seinen eigenen Herzproblemen nicht wusste: Herzerkrankungen können vererbt werden. „Mein Vater hatte eine Herzerkrankung, an der er auch verstorben ist, und die habe ich geerbt“, weiß er heute.

Notruf: 112

Im Laufe der Jahre gehe er sorgloser mit seiner Erkrankung um, stellt er fest und fügt hinzu, dass das allerdings oft zum Leidwesen seiner Frau so sei. „Dabei bin ich aber auf keinen Fall leichtsinnig. Wenn ich merke, dass mein Vorhofflimmern, das ich etwa alle drei Monate mal für zwölf Stunden habe, schlimmer wird, dann würde ich auf alle Fälle die 112 anrufen. Momentan aber kann ich ganz gut damit umgehen und habe die aktuellen Probleme auch mit den Ärzten besprochen.“

Er selbst rät jedem Betroffenen, mit dem Wählen der 112 im Ernstfall nicht zu warten und hat vor knapp einem Jahr auch eine Selbsthilfegruppe für Betroffene von Vorhofflimmern in Hildesheim gegründet, bei dem ihm sein umfangreiches Wissen und seine eigene Erfahrung hilfreich zur Seite steht.

Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Deutsche Herzstiftung, deren Schirmherrschaft Barbara Genscher, Ehefrau des Bundesaußenministers außer Dienst, Hans-Dietrich Genscher, obliegt, liegt dem Rentner sein allwöchentliches Treffen mit der Altherrengymnastik am Herzen: „Bewegung muss sein. Wenn auch in Maßen. Aber das Zusammenkommen mit meinen Gymnastik-Herren, das lasse ich mir nicht nehmen“, erklärt der engagierte Heyersumer, „aber mehr lässt meine Atemnot nicht mehr zu“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare